"Alien"-Schöpfer HR Giger in Wien

Der Meister des Dunklen stellt erneut in Wien aus. Ab 10. März ist "Träume und Visionen" im KunstHausWien zu sehen - zumindest für über 14-Jährige.

Mit seinen "Alien"-Geschöpfen aus dem gleichnamigen Science Fiction-Thriller von Ridley Scott wurde er berühmt. HR Giger als Künstler der Visionen steht im Mittelpunkt der Personale, die von 10. März bis 26. Juni im KunstHausWien zu sehen ist. ...

HR Giger at work, 1978
Foto: Mia Bonzanigo Mit seinem biomechanischen Stil hat der Schweizer Künstler die kollektiven Ängste der Menschheit angesichts von atomarer Bedrohung und Technisierung des Lebens in archetypische Bilder gefasst.


Atomkinder, 1968
Kunstsammlung der Stadt Zürich Er hat damit einerseits ein Zeitgefühl der 1960er-Jahre festgehalten und ...

Lilith, 1977 ... andererseits spätere Diskussionen rund um die Existenzform des "Cyborgs" als einer Verbindung aus Mensch und Maschine visionär vorweggenommen, wie die Ausstellungsmacher befinden.


Gebärmaschine, 1967 Die Ausstellung zeichnet anhand berühmter ebenso wie noch nie gezeigter Arbeiten die Entwicklung der Motivik der Biomechanik HR Gigers nach.

Li I, 1974
Foto: Roland Gretler HR Giger erkundet in seiner Kunst die verborgensten Schichten des Unterbewussten und sucht die Abgründe des Alptraumhaften und Dämonischen auf.

The Lord of the Rings, 1975 Das KunstHausWien hat sich zu einer Altersbeschränkung für die Ausstellung entschlossen: Da viele von HR Giger Bildern Grauen, Ängste, Alpträume, Sexualität und Dämonisches thematisieren, wird Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren davon abgeraten, die Ausstellung zu besuchen. 

Blutuhr mit Wachskopf, 1967
Foto: Matthias Belz "Entsprechend können einige der in dieser Ausstellung gezeigten Kunstwerke eine verstörende oder schockierende Wirkung auf Betrachter haben", heißt es im Ausstellungstext.

Sil Display, 1995
Foto: Matthias Belz Bekannt wurde der Schweizer Künstler Hans Ruedi Giger mit seinen "Alien"-Entwürfen für den gleichnamigen Film von Ridley Scott. 1980 bekam er sogar den Oscar für visuelle Effekte dafür. 

Alienmonster (Gigers
Alien), 1979 Giger zeichnete für mehrere SciFi-Filme Entwürfe, auch für Alejandro Jodorowskys geplante Verfilmung von "Dune". Aus dem Filmprojekt, für das Giger mehrere Möbel entworfen hat. wurde allerdings aus finanziellen Gründen nichts.


Dune I, 1975
Foto: Roland Gretler Den großen Ruhm brachten ihm seine eher düsteren Schöpfungen nicht ein. Zwar waren Arbeiten von Giger mehrmals auf der ART Basel zu sehen, in etablierten Museen wie dem Zürcher Kunsthaus findet man seine Werke aber nicht. 


The Second Celebration of the
Four IX, 1977 Ausgehend von HR Gigers durch das "Necronomicon" des Schriftstellers H.P. Lovecraft inspirierten Bildzyklen zeigt die Ausstellung Gemälde, Grafiken und skulpturale Werke rund um zwei deutungsmächtige und einer Schau der Zukunft zugewandte Symbolsysteme: ...

The Spell IV, 1977 ... Der Zodiakbrunnen als Repräsentant einer astrologischen Sicht der Welt und das "Baphomet Tarot" als künstlerische Neuinterpretation dieses alten Instrumentes der Wahrsagerei. Der 1940 in Chur geborene Apothekersohn ist selbst im Sternzeichen Wassermann.

Zodiakzeichen Jungfrau, 1993
Foto: Louis Stalder Drei markante Frauenfiguren gibt es in HR Gigers Werk - eine seiner Musen, die verstorbene Schauspielerin Li Tobler, die Sängerin Debbie Harry und ... 

Debbie Harry im
Harkonnen-Capo-Stuhl, 1981
Foto: Chris Stein ... die Gestalt der Sil aus dem Film "Species".

Sil, Stadium II, Die Verwandlung Nach der Personale von 2006 zeigt das KunstHausWien nun berühmte Schlüsselwerke von HR Giger in Verbindung mit noch nie gezeigten Arbeiten und erlaubt so einen Einblick in seine Arbeitsweise und in die Entwicklung seiner unverwechselbaren Ästhetik. 

Passage XXVIII, 1973 Wesentliche Motive aus HR Gigers Werk stellt die Ausstellung in den Kontext von Künstlern und Bildern, die ihn besonders inspiriert haben, wie etwa die "Toteninsel" nach Arnold Böcklin oder Zeichnungen von Alfred Kubin.

Hommage à Böcklin, 1977
Foto: Roland Gretler Dokumentarfilme über HR Giger, Hommagen an ihn von Künstlern wie Salvador Dali und Günther Brus und ein Bereich mit dokumentarischem Material zu seiner Arbeitsweise runden diese Retrospektive ab.

Passage XXII, 1972
(KURIER.at / tem) Erstellt am
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