Kultur 25.05.2018

Alex Beer: "Kröten" im Wienerischen

© Bild: APA/ROBERT JAEGER

"Die rote Frau" ist der zweite historische Krimi der Serie, die in den elenden 1920ern spielt.

Rayonsinspektor August Emmerich verdient nur ein paar „Kröten“ bei der Polizei. Das ist traurig. Das ist auch deshalb  traurig, weil Emmerich ein echter Wiener ist und bei der Wiener Polizei arbeitet. Die paar Kröten , die er verdient, müssten folglich  „Netsch“ sein.

„Die rote Frau“ ist der  zweite historische Krimi der Vorarlbergerin  Alex Beer (= Daniela Larcher). Für den ersten Roman der Serie hatte es den Wiener Krimi-Preis gegeben, trotz Ausrichtung auf den großen deutschen Buchmarkt. Diesmal gibt es immerhin ein Euzerl passenden Dialekt – jemand wird ab’kragelt, und verscheißert werden eh alle. Dafür verbindlichsten Dank.
März 1920: Hungernde prügeln sich um schimmelige Erdäpfel, August Emmerich schläft aus Kostengründen bei den  Obdachlosen in der Meldemannstraße. Um einen Fluch unter Schauspielern soll er sich kümmern,   ein beliebter Stadtrat wird ermordet, der Verhaftete, dem im Weltkrieg das halbe Gesicht weggeschossen wurde, ist schuldlos.
Emmerich ist ein guter Typ; ideal, um an ihm weiterzufeilen. Und groß ist das Bemühen, diese elende Zeit einzufangen. 

 

Alex Beer:
„Die rote Frau“
Limes Verlag.
416 Seiten.
20,60 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

( kurier.at ) Erstellt am 25.05.2018