Hermann Nitsch weilt in Deutschland und fühlt sich laut Frau Rita "sehr schlecht". Lucona- und Noricum Aufdecker Guggenbichler zeigte Frau Nitsch bei der Finanz an: "Habe belastende Aussagen auf Band"

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Kunstaktion
07/16/2015

Ärger wegen Nitsch-Ausstellung in Palermo

Aktivisten beklagen Brutalität gegen Tiere und Verunglimpfung der christlichen Region.

Hermann Nitsch bekommt Ärger mit seiner Ausstellung in Palermo. Die Initiatoren einer Unterschriftensammlung gegen die Schau des Künstlers, die auf der Plattform www.change.org bereits über 70.000 Unterschriften gesammelt haben, haben eine Klage gegen Nitsch wegen Verunglimpfung der christlichen Religion und Aufhetzung zu Verbrechen eingereicht.

Wie die sizilianische Tageszeitung Palermo Today berichtete, beziehen sich die Initiatoren der Kampagne gegen Nitsch auf die Brutalität einiger ausgestellten Bilder. Dabei seien Tiere zu sehen, die getötet und auf Kreuzen geopfert werden. "Der Künstler lädt Gruppen von Personen ein, sie zu zerfetzen, die Eingeweide herauszuholen und sie zu treten. All dies wird von liturgischen Ritualen begleitet, bei denen Symbole der christlichen Region beleidigt werden", betonte Antonio Leto, der die Klage gegen Nitsch einreichte. Einziges Ziel des Künstlers sei es Eigenangaben zufolge, die niedrigsten Instinkte des Menschen zu wecken, klagte Neto.

Nitsch verteidigt sich

Hermann Nitsch verteidigt sich gegen die harsche Kritik. "Feinde der Kunst, desinformierte Gruppen versuchen, Tierschützer gegen mich und gegen meine Arbeit aufzuhetzen. Ihre voreingenommene Haltung und ihre Ignoranz sprechen für sich: Ich liebe Tiere über alles, und meine Philosophie respektiert sie", hieß es in einem Schreiben Nitschs.

Der Künstler erklärte, Tiere würden sein Leben bereichern. Mit seiner Frau besitze er gleich mehrere. "Wir sind seit jeher Umweltaktivisten", betonte Nitsch. Als Künstler konfrontiere er sich mit dem Tod und der Tragik. Kunst habe mit Tabus zu tun. "Ich behandle mit größtem Respekt das Fleisch und das Blut der Tiere, die von Menschen getötet und zerstückelt werden", schrieb der Künstler. In seinem Theater sei ein totes Tier heilig und werde damit zu einer Kunstform erhoben. "Das Fleisch, das ich benutze, wird nicht gegessen, sondern für eine Theaterperformance, also für einen höheren Zweck, genutzt", so der Künstler.

Proteste

Die Eröffnung der Ausstellung am Freitag war von Protesten begleitet worden. Tierschützer hatten den Eingang belagert. Die Personen, die zur Eröffnung der Ausstellung eingeladen waren, mussten diese durch eine Hintertür betreten.

Die Tierschützer riefen den Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, auf, die bis 20. September geplante Ausstellung in Räumlichkeiten der Gemeinde zu verbieten. Sie bezogen sich dabei auf die Allgemeine Erklärung der Tierrechte der UNESCO aus dem Jahr 1978, derzufolge kein Tier zur Unterhaltung für den Menschen getötet werden darf. Auch tote Tiere sollten mit Respekt behandelt werden, heißt es in der Erklärung. Die Ausstellung sei eine "Schande" für die Stadt Palermo. Nitsch sorgt seit 1998 mit seinem blutigen Orgien-Mysterien-Theater regelmäßig für Aufregung.

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