Nicht alle Musicals der Vereinigten Bühnen wurden zuletzt zum Publikumserfolg: Etwa "Natürlich Blond".

© APA/ALINA PARIGGER

Musical
11/26/2013

5 Millionen Euro mehr für die Vereinigten Bühnen Wien

Zusatzsubvention sorgt bei Verstimmung bei der Opposition - und auch bei den Wiener Grünen, die in der Stadtregierung sitzen.

von Georg Leyrer

Erhöhungen von Kultursubventionen werden zumeist, zumindest bei den Kulturfreunden und Kulturpolitikern, von Wohlwollen begleitet. Wien ist bekanntlich anders: Die Vereinigten Bühnen Wien bekommen 2014 mit 37,1 Millionen Euro (nach 36,35 Millionen Euro im Jahr 2012) ohnehin schon einen nicht geringen Anteil des gesamten Wiener Kulturbudgets als Subvention. Und zusätzlich werden die VBW für 2014 und 2015 eine Extrasubvention für das VBW-Orchester, bei dem zuletzt drohende Kündigungen im Raum standen, von 4,9 Millionen Euro erhalten. Dies wurde am Dienstag im Kulturausschuss beschlossen und soll am 13. Dezember durch den Gemeindrat.

Schmerzhaft

Geschäftsführer Thomas Drozda sieht die VBW dadurch „solide finanziert – erstmals seit fünf Jahren“.

Die Opposition hingegen ist erzürnt. Und auch der Kultursprecher des kleineren Wiener Koalitionspartners äußert sich kritisch und, für die Politik durchaus unüblich, selbstkritisch. Die Zusatzsubvention sei „eine der schmerzhaftesten Entscheidungen, seit ich Kulturpolitiker bin“, schrieb der Kultursprecher der Wiener Grünen, Klaus Werner-Lobo, in einem Blogeintrag. Werner-Lobo wollte die Zusatzsubvention für die Vereinigten Bühnen, die zwei Musical- und eine Opernbühne bespielen, ursprünglich an zwei Bedingungen knüpfen: dass Klein- und Mittelbühnen sowie die freie Theaterszene in Wien mehr Geld bekommen und dass ein Einsparungskonzept vorgelegt wird, nach dem die VBW ab 2016 unter dem bisherigen Subventionsrahmen von 37,1 Millionen Euro liegen.

„Dafür habe ich keine Mehrheit gefunden“, sagt Werner-Lobo zum KURIER. Es gebe jedoch im Subventionsakt die Verpflichtung, dass die VBW ein Sparkonzept vorlegen, nach dem die Subvention ab 2016 „heruntergefahren“ werden kann, so Werner-Lobo. Vereinbarter Termin für das Konzept sei das erste Quartal 2014, im selben Jahre müsse auch schon mit der Umsetzung begonnen werden, so Werner-Lobo, der sich u.a. die Umwidmung einer Musicalbühne vorstellen kann. „Was niemand von uns wollte, nämlich dass die Vereinigten Bühnen noch mehr Geld kriegen, könnte dazu führen, dass es endlich eine langfristige Lösung gibt, dass die VBW doch mit weniger Geld auskommen.“

Kritik

Die Grünen seien „im Liegen umgefallen“, sagte die Kultursprecherin der Wiener ÖVP, Isabella Leeb. „Alle anderen Bühnen haben seit Jahren eingefrorene Subventionen. Etwa das Volkstheater, das kann einem schon Leid tun.“ Die Erhöhung für den „Moloch VBW“, der „ohnehin schon 18 Prozent des Wiener Kulturbudgets“ bekomme, sei „ein Gerechtigkeitsproblem“, so Leeb, die „dringend“ forderte, dass die Stadtregierung die genauen Zahlen rund um die VBW auf den Tisch lege.

Im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny wurden die Einsparmaßnahmen bei den VBW in den vergangenen Jahren betont. Nun hätten die VBW in einer Studie „glaubhaft“ dargelegt, dass mit dem vorhandenen Budget drei Häuser nicht zu bespielen sind. Das verlangte Zukunftskonzept betreffe nicht den Opernbereich, wurde gegenüber dem KURIER betont. Dass die VBW auch wieder mehr Grundsubvention bekommen, sei eine „Rückkehr zum Subventionsniveau von 2008“.

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