Sauberes Trinkwasser darf kein Luxus sein

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Klares, sauberes Wasser ist Nahrung, Hygiene, Energiequelle und Lebensraum zugleich.
Ein Glas wird mit spritzendem Wasser gefüllt, während Tropfen und Wellen um das Glas entstehen.

Der Blick aus dem Weltall auf die Erde zeigt einen blauen Planeten, der zu mehr als 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist. Werden wir mit dem Begriff „Wasserknappheit“ konfrontiert, klingt das im ersten Augenblick paradox. Doch gerade einmal drei Prozent dieser gewaltigen Wassermassen sind nutzbares Süßwasser, und wiederum nur ein Drittel davon ist für den menschlichen Genuss verwendbar. Trinkwasser ist also ein wertvolles und knappes Gut.

In den wenigsten Ländern läuft Trinkwasser in perfekter Qualität direkt aus dem Wasserhahn. In vielen Regionen der Welt ist sauberes Trinkwasser ein kostbares Privileg. Laut den Zahlen von WHO und UNICEF haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Millionen Menschen müssen täglich weite Strecken zurücklegen, um Wasser aus Brunnen, Flüssen oder notdürftigen Sammelstellen zu holen. Häufig ist dieses Wasser verschmutzt und führt zu Krankheiten, die besonders Kinder bedrohen. Doch Wassermangel bedeutet nicht nur Durst – er bedeutet auch Hunger, fehlende Bildungschancen und Armut. Wenn Felder vertrocknen, bleiben Ernten aus. Wenn Wasserstellen versiegen, verlieren Familien ihre Lebensgrundlage.

Ein junges Mädchen trinkt Wasser, das aus einem Rohr in ihre Hände fließt.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser bleibt Millionen Menschen weltweit immer noch verwehrt.

Ein Menschenrecht

Sauberes Wasser ist ein von der UNO anerkanntes Menschenrecht und zentrales Ziel der Agenda 2030 (SDG 6). Bis 2030 sollen allen Menschen sauberes Trinkwasser und gute Sanitärversorgung zur Verfügung stehen. Wie auch Rüdiger Krech, Direktor für Gesundheitsförderung bei der WHO, bestätigt: „Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene sind keine Privilegien, sondern grundlegende Menschenrechte. Wir müssen unsere Anstrengungen beschleunigen, insbesondere für die am stärksten marginalisierten Gemeinschaften, wenn wir unser Versprechen einhalten wollen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.“

Eine sparsame und effiziente Nutzung der begrenzten Ressource Wasser muss daher noch weiter in den Fokus rücken. Ein bewusster Umgang mit Wasser, die Verringerung der Wasserverschmutzung, der Einsatz wassersparender Technologien und die Aufbereitung von Schmutzwasser sind daher ein Gebot der Stunde. Dies gilt auch für den Wasserverbrauch für die Nahrungsmittelproduktion, die Herstellung von Kleidung, Verpackung, Kosmetika und anderen Gütern. Nur so können die gesetzten Ziele erreicht werden.

Zwei Personen füllen Kanister mit Wasser aus einem Brunnen

Millionen Menschen legen täglich weite Strecken zurück, um Wasser aus Brunnen, Flüssen oder Sammelstellen zu holen. 

Wasserland Österreich?

Laut den Zahlen des Bundesministeriums für Land– und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft beläuft sich der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Österreichs Haushalten auf rund 130 Liter pro Tag und Kopf.

Industrie und Gewerbe verbrauchen etwa 2.210 Mio. m³ Wasser pro Jahr. Der aktuelle Wasserbedarf in Österreich kann derzeit noch aus dem Grundwasser nachhaltig gedeckt werden. Doch die vom Bundesministerium beauftragte Studie „Wasserschutz Österreichs“ zeigt auf, dass durch die Auswirkungen des Klimawandels die verfügbaren Grundwasserressourcen in Österreich bis zum Jahr 2050 um bis zu 23 Prozent von derzeit 5,1 Mrd. m³ auf 3,9 Mrd. m³ abnehmen könnten. Dazu wird sich der aktuelle Wasserbedarf von 753 Mio. m³ pro Jahr bis 2050 um elf bis 15 Prozent erhöhen. Das bedeutet österreichweit einen künftigen Wasserbedarf von 830 bis 850 Mio. m³ pro Jahr. In einzelnen Gemeinden kann der Bedarf zukünftig um bis zu 50 Prozent steigen.

Den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Flüssen, Seen und Grundwasser in Österreich sieht Bundesminister Norbert Totschnig deshalb als besonders relevant: „Österreich ist ein wasserreiches Land und hat in den vergangenen Jahrzehnten in der Wasserwirtschaft viel erreicht – eine sichere Trinkwasserversorgung, eine überwiegend gute Wasserqualität in Flüssen und Seen und einen kontinuierlich verbesserten Hochwasserschutz. Doch auch bei uns rücken Wasserverfügbarkeit und Gewässerqualität aufgrund des Klimawandels zunehmend in den Vordergrund. Längere Trockenperioden wechseln sich mit häufigeren Starkniederschlägen ab. Diese Änderungen haben Auswirkungen auf die verfügbare Menge und die Qualität unserer Wasserressourcen“, betont er anlässlich der Veröffentlichung der „Wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen 2025“.

Klimawandel

Längere Dürreperioden, unregelmäßige Regenzeiten und steigende Temperaturen lassen Wasserquellen austrocknen. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung, und damit steigt auch der Bedarf an sauberem Trinkwasser. Schlechtes Management der Wasservorräte verschärft die Situation weiter. Städte breiten sich aus, Industrie und Landwirtschaft verbrauchen enorme Mengen. Wo Wasser knapp wird, entstehen Spannungen – zwischen Regionen, Staaten und Gemeinschaften. Wassermangel kann Konflikte verstärken und ganze Gesellschaften destabilisieren.

Die Folgen des Klimawandels machen Wasserknappheit zu einem Problem, das nicht nur ferne Länder betrifft. Auch in wohlhabenden Regionen wird deutlich, wie verletzlich unsere Versorgungssysteme sind. Sinkende Grundwasserspiegel und verschmutzte Gewässer zeigen, dass verantwortungsvoller Umgang dringend notwendig ist. Eine nachhaltige Nutzung, gerechte Verteilung und bewusster Konsum sind entscheidende Schritte, um dieses wertvollste Gut für kommende Generationen zu bewahren. Wasser ist Leben – und dieses Leben liegt in unserer Verantwortung.

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