Plüschiger wird’s nicht
Eine Zeitlang war es modern, sein „Spirit Animal“ im Internet zu finden. Manche fühlten sich vom Oktopus vertreten, der grundlos Watschen an Fische verteilt – weil er’s kann. Andere erkennen sich eher in Faultier, Panda oder sehr dicker Katze wieder. Dieser Tage hat ein „emotional support animal“ das World Wide Web beherrscht: der Plüsch-Orang-Utan, den sich ein kleines Äffchen mit unfreundlicher Verwandtschaft als Beschützer ausgesucht hat. Punch hat gezeigt, wie viel Funktion in einem Schmusetier steckt: Bett, Abwehrschild, Lebenspartner. Aber da geht noch mehr. Plüschiger als zuletzt ging es selten zu, viral gingen gleich mehrere Stofftiere. Eines war ein rotes Pferdchen, das sich dem Fröhlichkeitszwang erfrischend widersetzte. Ein Spielzeug zum chinesischen Jahr des Feuerpferdes hatte dank Fabrikationsfehler einen verkehrt herum genähten Grinsemund. Also einen „Na geh“-Mund. Einen „Das hab ich mir aber wirklich anders vorgestellt“-Mund. Also wirklich nachvollziehbar für einen bunten Unpaarhufer, der ahnungslos in diese 2026er-Welt stolpert.
Polnische Plüsch-Guerilla
Bei den Olympischen Winterspielen drängten sich die Maskottchen-Hermeline Tina und Milo in die Sozialen Medien. Und wurden jedem siegreichen Athleten um den Hals gehängt – Goldmedaille kann ja jeder haben. Aber eine Kuschelkette? Die Show gestohlen wurde ihnen aber von der polnischen Plüsch-Guerilla. Das Team hatte seinen eigenen weichen Glücksbringer mit: eine kuschlige Teigtasche, Pieroggi. Das wär doch was für das österreichische Team 2030: die logische Wintersport-Wahl wäre ein Germknödel. Aber wenn er authentisch ist, dann kriegt er einen „Muss das wirklich sein?“-Mund.
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