Wir Helden

Der Mensch fürchtet sich gerne, vor allem vor kleinen Tieren: Über Zecken, Gelsen & Co.
Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Der Mensch unterscheidet sich vom Tier u. a. dadurch, dass es ihm wohlige Lust bereitet, Angst zu haben. Interessanterweise besonders vor kleinen Tieren.

Jetzt grad lassen uns Schlagzeilen vor einem drohenden Zeckenjahr erschaudern. Experten sahen vor einem Monat zwar noch kein Zeckenjahr dräuen – aber da sei die Impfstoffindustrie vor! Nein, auch bei der Angst muss man situationselastisch sein, wenn kein anderes Vieh zur Hand ist: Die Kuh ist noch nicht auf der Alm, und die Baumwanzenplage ist eher harmlos.

In ein paar Wochen dann erzittern wir vor der Invasion der Gelsen (die von einer Gratispostille alljährlich vorab gezählt werden: Hunderttausende, Millionen, 100 Millionen bedrohen uns dann ... – je nach Laune des Chefs). Danach sorgen wir uns um die Bienen (die sind mal da, mal nicht). Und schließlich kommen die Killerwespen.

Haben wir das alles überlebt, sind wir Helden. Und können uns erneut beginnen zu fürchten.

andreas.schwarz@kurier.at

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