Untertanen

Untertanen
Die Österreicher halten sich für immer gescheiter - aber nicht alle. Zum Glück
Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Sagen Sie nicht, das ist Ihnen noch nie passiert: Sie horchen an einem mittelschlechten Tag unfreiwillig Gespräche im Wartezimmer oder in der Straßenbahn, schauen sich um und denken entsetzt: „Und die dürfen alle wählen!?“ Das ist natürlich furchtbar arrogant – die Depperten sind ja immer die anderen, eh klar.

Dabei steigt die Zahl der Gescheiten immens. Jetzt erst lasen wir in einer Umfrage, dass sich fast 60 Prozent der Österreicher für kompetent genug halten, um politische Vorgänge verfolgen und bewerten zu können (und Politiker für deppert zu halten). Das ist, Heiliger!, schon ein Drittel mehr als noch vor 40 Jahren. Wo hört das auf?

Es gibt übrigens vier Prozent, die sich in die Kategorie „vertrauensvolle Untertanen“ (!) einreihen würden und sich für politisch inkompetent halten. Nicht, dass eine Republik idealerweise aus vielen solchen bestünde – aber ganz unsympathisch inmitten der vielen G’scheiterln ist diese Selbsteinschätzung auch wieder nicht.

andreas.schwarz@kurier.at

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