Um wie viel teurer werden Flugtickets durch den Krieg am Golf?
Frage: Um wie viel teurer werden Flugtickets durch den Krieg am Golf
Antwort: Die Erhöhung der Ticketpreise basiert gegenwärtig auf zwei Faktoren. Zum einen durch einen nahezu kompletten Ausfall der Fluglinien aus dem Golf. Deren Passagiere suchen sich notgedrungen andere Flugmöglichkeiten, das führt zu enormer Auslastung bei der Konkurrenz und hohen Ticketpreisen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und je länger die Situation am Golf dauert, umso teurer wird das Reisen. Denn Flugsitze werden zu einem knappen Gut.
Zwischen 28. Februar und 16. März haben die Airlines der Golfregion insgesamt 28.990 Flüge gestrichen. Über 57.000 waren geplant. Manche Airlines führten relativ schnell Treibstoffzuschläge ein, etwa Air France, IndiGo, Air New Zealand oder Cathay Pacific. Die Erhöhungen variieren und können sich tagtäglich ändern. Sei es von 20 Dollar Aufschlag bei Kurzstreckenflügen oder bis zu 100 Dollar auf der Langstrecke pro Flug (Angaben ohne Gewähr).
Austrian Airlines erläutert gegenüber dem KURIER, das der Kerosinpreis für die nächsten Monate zu rund 80 Prozent durch die Lufthansa Group abgesichert (gehedged) ist. Das bedeutet, das Austrian Airlines vorerst keine Aufschläge verrechnet. Dasselbe gilt auch für die Billigfluglinie Ryanair. Diese bestätigt keine Treibstoffzuschläge dank des Hedgings. Aber, solange die Instabilität im Nahen Osten anhält, sind weitere Preisschwankungen zu erwarten. Der weltweite Preis für Flugzeug-Treibstoff stieg allein letzte Woche um 11,2 Prozent zum Vergleich der Woche zuvor.
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Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen. Fragen mit Betreff „Überflieger“ an: reise@kurier.at
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