Sünden (2)

Die verschandelte Stadt, der große Zorn - und?
Andreas Schwarz
Porträt eines Mannes mit Brille und blauem Sakko vor dem Schriftzug „Kurier Kommentar“.

An dieser Stelle war kürzlich von Bausünden in Wien die Rede und davon, dass dafür niemand zur Verantwortung gezogen wird – von Sich-Schämen gar nicht zu reden. Es erreichten uns unzählige Reaktionen mit weiteren Beispielen oder mit Zorn über das konkrete.

Das konkrete: Zehnstöckige Betonschluchten für ein Mammut-Wohnprojekt im bis dato dörflichen Vorstadt-Grätzl Alt-Penzing mit dem an Zynismus nicht zu überbietenden Namen „Kennedy Garden“; mehr als 500 Wohnungen plus 200 im benachbarten Baumerdrückungsprojekt „Alice in Cumberland“. Vorstadtidyll ade, ein schauerliches Verkehrs-„Konzept“ wird Alt-Penzing und Umgebung zusätzlich zur Verkehrshölle verkommen lassen.

Apropos Reaktionen: Keine kamen vom explizit angesprochenen Christoph Chorherr (der Grüne warf sich vehement für das Projekt ins Zeug). Vom Bauträger. Vom Bezirk. Und von der Stadt Wien. Motto: Schmeck’s, Kropferter, das bisserl Wirbel halt’ ma schon aus.

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