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Kolumnen
08/04/2019

Sinnkrise (2)

Seien wir froh, dass Politiker so ein lausiges Image haben, dass sie nicht als Influencer taugen.

von Andreas Schwarz

 

„Sie haben sich kürzlich darüber lustig gemacht, dass Influencer in der Sinnkrise sind. Aber wer sonst soll uns sagen, was wir essen und wie wir uns anziehen sollen?“, schreibt Leserin G. – und wir wissen jetzt nicht, ob sie die Frage ernst meint.

Und: Ja eh! Früher haben Testimonials wie Claudia Schiffer oder David Beckham den Trend vorgegeben, zuletzt waren es Influencer, die keiner kennt. Seien wir froh, dass Politiker ein so lausiges Image haben, dass sie für Beides nicht taugen. Man stelle sich vor, der neue britische Premier würbe für eine Frisur à la Boris (Donald Trump trägt ja kein Haar, sondern ein Meerschweinchen); oder der US-Präsident setzte (s)eine Krawattenlänge und Hosenkürze durch (mithilfe von Werner wer-erinnert-sich-noch Faymann); oder der Zack-zack-zack-Look des Heinz-Christian Strache machte Furore.

Obwohl: Manch’ Volksvertreter erkennt man haute-couture-mäßig eh im Volk wieder – oder umgekehrt.

andreas.schwarz@kurier.at

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