© Kurier/Jeff Mangione

Andererseits
07/05/2020

Scheinbruch? Wer begeht ihn?

Joesi Prokopetz fragt sich, wer Postkastl'n aufbricht und Gastro-Gutscheine stiehlt.

Was sind das für Menschen, die Postkast’ln aufbrechen und den Gastro-Gutschein fladern?

Sind das die Ärmsten der Armen, die anderen Ärmsten, gewissermaßen in einer Vorstufe zum Mundraub, das Schnitzel und den Erdapfelsalat wegnehmen? Sind das solche, die ihren Wirt besonders wirkungsvoll fördern wollen, ohne – wie in Wien gesagt wird – selbst nach Taschlowitz fahren zu müssen und dabei sich selbst kulinarische Momente zum Nulltarif bescheren? Momente, die sie dem Nächsten missgönnen? Sind es von der seelischen Struktur her boshafte Menschen, die der Wiener des Biedermeier als catilinarische Existenzen im Mund führte? Aber ist Wiener sein ohne Boshaftigkeit vorstellbar? Müssten, folgte man dieser Theorie, dann nicht alle Wiener – im Wortsinn – aufbrechen und einander gegenseitig die Gutscheine stehlen? Und ihr Menü mit satter Zufriedenheit verzehren, weil sie es mit dem Gutschein eines jeweils anderen tun? Was formal zwar das Gleiche, aber inhaltlich bei weitem nicht Dasselbe ist. Sind es vielleicht gar jene Nebenmenschen, die, als der Gastro-Gutschein angekündigt und propagiert wurde, abfällig gemurrt haben – früher gab es dafür das Vokabel protzmäul´n – und ihn gar keine gute Idee fanden? Als zu gering bewerteten und ihn als Almosen abtaten, dessen sie gar nicht bedürften? In umgangssprachlichen Niedrigkeiten dem Wiener Bürgermeister nahelegten, sich seine Gutscheine sonst wohin zu schieben und – politisch luzide – ankündigten, jene wählen zu wollen, von denen sie nichts bekommen? Oder sind es einfach intellektuell unbeschenkte Mitbürger, die jenen Kreisen angehören oder zumindest nahestehen, die seinerzeit – aus Sicherheitsgründen? – Klosettpapier auf Vorrat weggekauft haben?

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