Der Automat

Zuckerl und Kaugummi hinter milchigem Glas ... - ein (Alb)Traum
Andreas Schwarz

Vieles im öffentlichen und angrenzenden Raum wird  weniger oder verschwindet ganz: Briefkästen, Telefonzellen, Fensterpolster, Parkplätze … 
Nur der Kaugummi- und Zuckerlautomat bleibt. Meist an Haltestellen von Bus, Zug oder Straßenbahn angebracht, beherbergen die kleinen Kästen mit milchigem Sichtfenster Süßigkeiten, die gefühlt seit 
Jahrenzehnten darin lagern. Bei Hitze und Frost, Sonne und Regen, in Diesel- und anderen Abgaswolken, jahrein, jahraus. Sie lassen Kinderherzen höherschlagen (obwohl auch das Kind ahnt, dass das Ersehnte hinter dem Drehknauf nicht das Hygienischste ist) und Erwachsene schaudern. Green Apple Gum, Foxbox Minis,  Sport Drops,  ganz normale Kaukugeln, groß und klein, dazwischen Plastikringe als Hauptpreis oder wenigstens Schlüsselanhänger.
1 und 2 Schilling haben sie vor 30 Jahren gekostet, bis 5 Euro kosten sie jetzt (dagegen ist die Inflation in Argentinien ein süßes Zuckerl). Und das Spannende: Ich habe noch nie, absolut nie jemanden an so einem Automaten einen Kaufhandel tätigen gesehen. Aber das kann natürlich Zufall sein.  
andreas.schwarz@kurier.at
 

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