Unbehagen

Bösewichte fallen, gut so - aber wer entscheidet, was böse ist?
Andreas Schwarz

Hier schöne Kunst, dort hässlicher Krieg – immer öfter erheben Künstler beim  Auftritt ein mahnendes Wort, fast entschuldigend, dass man in Zeiten wie diesen schöner Kunst huldigt. Die mehr kann als Krieg.  So wie die große Anne-Sophie Mutter am Wochenende im Wiener Musikverein.
Und man möchte aus aktuellem Anlass Anleihe bei der Kunst nehmen: Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust: Es ist großartig, dass Venezuela von seinem das Land ausraubenden Diktator Maduro befreit wurde. Dass der größte Brandstifter und Verbrecher des Mittleren Ostens, Ayatollah Khamenei, Geschichte ist. Und es fielen einem noch ein paar Typen ein, die pur für das absolut Böse stehen.
Aber: Wer ist die Instanz, die mit tödlicher Konsequenz entscheidet, was gut und was böse ist? Ein dahergelaufener Reality-Soap-Star, der es bar jeglicher moralischer Integrität und intellektueller Kapazität zum Präsidenten einer Weltmacht gebracht hat? Bei dem die übrige Welt und langsam auch das eigene Volk permanent bangt, was ihm als Nächstes einfällt?
Undankbar? Nein: Aber Unbehagen.

andreas.schwarz@kurier.at

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