Traummännlein
In Wien trug sich nun also bis zum frühen Morgen der Opernball zu. Heute schon findet auf dem Restparkett die Zauberflöte für Kinder statt, morgen ein Ballett und am Montag ein richtige, wenn auch vom Regisseur zu Tode verhunzte Oper. „Luisa Miller“ spielte auch am vergangenen Samstag, das Ballett lief noch bis Montag.
Wir erzählen das, weil Auf- und Abbau der Opernball-Fazilitäten jedes Jahr in einer so affenartigen Geschwindigkeit vor sich gehen, dass es den in der Pendeluhr der Wiener Stadthalle Schlafenden ordentlich reinweht – allerdings ohne Konsequenz. Dort findet nämlich Mitte Mai der Eurovisions Song Contest statt. Und wegen der Vorbereitung/Aufbauarbeiten wurde ein komplett ausverkauftes Eros Ramazotti-Konzert Mitte April, also einen Monat davor (!!), kurzerhand abgesagt.
Nun muss man kein „Adesso tu“-Freund sein, um zu wissen, dass der Eros mehr kann als der gesamte ESC-„Schas“ (© Andi Knoll) zusammen. Und die fleißigen Heinzelmännchen in der Oper offenkundig mehr als die Traummännlein in der Stadthalle.
andreas.schwarz@kurier.at
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