Große Oper
Sein Name klingt ja eigentlich, als könnte man ihn mit ausgedehntem Tremolo in eine dramatische Arie legen. Timothee Chalamet. So könnte ein schwindsüchtiger Knabe ohne Eltern, Freunde und Haustiere heißen, der es leider, leider am Ende der Oper nicht schafft. Der Name passt freilich auch für die zartgliedrige Hauptfigur eines Balletts, in dem sich ein Jüngling in irgendeine Fee verliebt und es dann im Hüpfduell mit dem Zauberer, dem sie versprochen ist, leider, leider nicht schafft.
Aber Timothee Chalamet ist ein Hollywood-Schauspieler und er kann mit Oper und Ballett genau gar nichts anfangen. Er hält diese Kunstformen, so sagte er in einem TV-Interview, für etwas, das man „am Leben erhält, obwohl es niemanden mehr interessiert“. Opernhäuser weltweit lachten einmal trocken auf und schickten Chalamet als Antwort Bilder aus ihren vollen Häusern. Vielleicht verzeiht die zu Recht beleidigte Opern-Community dem Schauspieler, wenn er die Dankrede für seinen Oscar nächste Woche als schmissige Arie vorbringt. Er dürfte über einen ganz passablen Tenor verfügen.
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