Nicht wurscht

Der Würstelstand als Friedensprozess.
Christina Böck

Irgendwer hat einmal den schönen Dialog beim Würstelstand dokumentiert: „Haben Sie auch etwas Vegetarisches?“ – „Jo, a Servietten.“

In Wien hat zuletzt ein Imbissgastronom versucht, das Angebot zu erweitern. Nach zwei Monaten gibt es nun aber auch dort neben veganen Besonderheiten wieder Fleisch in der Haut. Das könnte an einem grundlegenden Missverständnis liegen. Es gab ja immer schon vegane Lebensmittel beim Würstelstand. Da konnte man sich ein 1A-Menü zusammenstellen: als Amuse-Gueule zwei, drei Silberzwieberl, als Vorspeise eine knackige Pfefferoni, als Hauptgang eine dralle Salzgurke und als Dessert ein ganzes Packerl Mannerschnitten. In manchen skandinavischen Haubenlokalen geht das wahrscheinlich als teure Degustation durch. Minus Mannerschnitte. Plus ein bisschen Baumrinde.

Trotzdem ist es gerade in Zeiten wie diesen erfreulich, wenn einmal ein Konfliktherd entschärft werden kann. Weil sich auf demselben Wurst und Nicht-Wurst friedlich vereinen. Und die Serviette muss auch nicht mehr um ihr Leben fürchten.

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