Bruhaha

Lustige parlamentarische Anfragen, oder: Mit Schenkelklopfen zur Nummer 1
Andreas Schwarz

Die schenkelklopfende  Schadenfreude  ist eine der Kardinaltugenden des Österreichers. Was auch erklärt, warum eine Schenkelklopferpartei in allen Umfragen haushoch vorne liegt. 
Wenn Herbert Kickl beim traditionellen Aschermittwoch die Potenzprobleme des Christian Kern oder die „Sachspende“ an die Ukraine (Beate Meinl-Reisinger) rausrotzt – bruhaha, was wird da schenkelgeklopft.
Oder wenn die Regierung  mit 4000  parlamentarischen Anfragen zugeschüttet wird – wie lustig ist das, den  kahlköpfigen Bundeskanzler nach seinen Friseurrechnungen zu fragen? Oder, wie einst post Corona,  wissen zu wollen, „wie viel Müll (in Tonnen) durch ... Desinfektionsmittel in öffentlichen Einrichtungen, Betrieben und Haushalten entstanden“ ist; wie viele „familiärer Zerwürfnisse“  es durch  Covid-Maßnahmen gab, „differenziert nach Streit über Impfstatus, Besuchsregelungen, Quarantänebestimmungen ...“.
Die Beantwortung bindet Ressourcen Hunderter Mitarbeiter, kostet Millionen Euro und führt das demokratische Instrument parlamentarische Anfrage ad absurdum. Aber ad absurdum ist ohnehin Programm der Schenkelklopferpartei.
andreas.schwarz@kurier.at

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