Flaschenpost
03/13/2020

Crémant aus dem Köfferchen

Moussiert, kommt aus Frankreich und ist kein Champagner? Limoux gilt als die Wiege des Schaumweins. Von dort trinkt die Flaschenpostlerin Crémant.

von Juliane Fischer

Die aufmerksame Flaschenpost-Leserschaft erinnert sich vielleicht noch an Pet Nat und die Mönche im südfranzösischen Limoux. Dort wird ja der Ursprung des Schaumweins verortet. Weil es angeblich im Klosterkeller getuscht hat, als unbeabsichtigt der gelagerte Traubenmost zu gären begann. Mittlerweile macht man Sekt, Champagner und Crémant schon recht bewusst. Und füllt dafür nicht Traubenmost, sondern Wein mit Zucker und Hefe in die Flasche, damit er noch ein zweites Mal gärt. Das ist, was man als Méthode traditionelle kennt oder auch Champagner-Methode nennt.

Crémant kommt immer aus einer der acht französischen Weinbauregionen außerhalb der Champagne – zum Beispiel aus dem Elsass, dem Burgund oder aus Limoux. Eine Viertelstunde von den Mönchen entfernt, macht auch die Domaine de la Coume Lumet einen solchen Crémant (aus Mauzac-, Chardonnay- und Chenin Blanc-Trauben). Luc und Isabelle Abadie-Malet haben das Weingut 2012 gekauft. Davor war er Flugzeug-Ingenieur in Toulouse und sie Psychologin. Jetzt halt 54 Hektar Land, davon 20 Hektar Weingärten. „Hügel in den Ausläufern der Pyrenäen, mit Blick auf das Aude-Tal und die historische Stadt Carcassonne“ – hätte wohl jeder von uns so entschieden. Geliefert wird der Wein auch von einem Quereinsteiger: Philipp Geymüller aus meinem Nachbarort Hollenburg ist selbsternannter Wein-Abotheker. Er verschickt monatlich für 33 Euro drei Flaschen Wein in einem bunten Kartonköfferchen. Et voilá!

Sie kostet sich durch die Weinwelt, arbeitet als freie Journalistin und zum Ausgleich in ihrem Weingarten in Niederösterreich.
Auf den Geschmack gekommen? Bei Anregungen und Feedback zu Wein und Weinkultur schreiben Sie der Kurier-Freizeit-Redaktion unter flaschenpost@kurier.at

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