Kolumnen
06.12.2018

"Anstoß": Spielball Österreich

Nun haben die kleinen Klubs errechnet, dass sie trotz besserem TV-Vertrag nicht viel mehr Geld bekommen.

Es war taktisch hervorragend, wie man vor mehr als 15 Jahren Frank Stronach die Idee vom „Tiger-Team“ ausreden konnte. Der Milliardär wollte damals als Bundesliga-Chef den Nachwuchs fördern, indem ein Unter-21-Nationalteam im Ligabetrieb mitspielt. Man machte ihm und den Klubs ein Belohnungssystem schmackhaft zur Förderung der heimischen Spieler. Das geht aber nur in Form eines Gentlemen-Agreements. Es ist erstaunlich, dass die Vereinbarung so lange gehalten hat. Denn beim Geld hört sich oft nicht nur die Freundschaft auf, sondern sind die Männer oft nicht mehr gentle.

Es begann mit den Begehrlichkeiten der Großklubs. Sportlicher Erfolg und Zuschauer sollten besser honoriert werden. Der Sockelbetrag wurde gekürzt, die 2. Liga zusammengestrichen und der Ö-Topf.

Seit Sommer naschen auch zwei Klubs mehr am gemeinsamen Kuchen mit. Der ist aber größer geworden. 23 Millionen Euro sind es pro Jahr netto für die zwölf Klubs. Mit dem ÖFB-Zuschuss sind rund 5,5 Millionen im Ö-Topf, für den sich elf der zwölf Klubs interessieren. Nun haben die kleinen Klubs errechnet, dass sie trotz besserem TV-Vertrag nicht viel mehr Geld bekommen. Sie fordern Solidarität, wollen den Zuschauer-(=Rapid)Bonus abschaffen. Und weil der Einsatz von Österreichern nicht mehr so viel bringt, auch gleich den Ö-Topf zerschlagen. Auf der Strecke bleibt der österreichische Nachwuchs