Kolumnen
07/01/2019

Acht Jahre im "Goldenen Käfig"

Der Adel pflegt heute innigen Kontakt zum Volk. Bürgerliche Geliebte werden nicht mehr versteckt, sondern geheiratet.

von Lisbeth Bischoff

Die oft prognostizierte Hochzeit von Fürst Albert I. von Monaco mit der früheren südafrikanischen Olympiaschwimmerin Charlene Wittstock wird am 1. Juli 2011 Wirklichkeit. Auf dem Standesamt wird aus der englisch ausgesprochenen Charlene mit einem Federstrich eine Charlène (mit französischem Accent grave).


Beim traditionsreichen Rot-Kreuz-Ball am 4. August 2006 ist Charlène zum ersten Mal offiziell mit dabei. Die Boulevardpresse erkennt sofort die Ähnlichkeit von Charlène mit der gebürtigen US-Amerikanerin Grace Kelly, der 1982 bei einem Autounfall tragisch ums Leben gekommenen legendären und vom Volk geliebten Mutter des Fürsten.


Dank geschickter Hände verwandelt sich Charlène immer mehr und mehr in Fürstin Gracia Patricia – zumindest was die äußere Erscheinung betrifft. Charlène hat den Fortbestand der Dynastie Grimaldi zu sichern. Allerdings darf die Thronfolge nur ein Kind antreten, das in einer aufrechten katholischen Ehe gezeugt wurde.


Es kommt daher nicht überraschend, als am 4. April 2011 vom Fürstenpalast bekanntgegeben wird, dass die im früheren Rhodesien geborene und protestantisch getaufte Charlene Wittstock zum katholischen Glauben übergetreten ist.


Für Monaco ist es die erste Hochzeit eines regierenden Fürsten seit Alberts Vater Rainier III. (1923–2005) im Jahr 1956 die hinreißende Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly heiratete.
Nach der unvergessenen Grace Kelly soll nun Charléne Wittstock neuen Glanz und Glamour nach Monaco bringen.


Aber: Charléne weint bei ihrer Hochzeit nicht näher geklärte unübersehbare bittere Tränen, was damals und bis heute für jede Menge an Spekulationen sorgte. Auch acht Ehejahre (inklusive doppeltem Mutterglück) danach dürfte ihr der Tausch ihrer Lebensumstände – Zimmer-Küche-Kabinett-Idylle gegen prunkvolle Palast-Herrlichkeit – nicht das große Glück gebracht haben.