Kinder bauen ihre Traumhäuser ...

© Heinz Wagner

Kiku
08/13/2019

Von Riesen-Seifenblasen, Trommeln und Traumhäusern

Zu Besuch bei einer Grätzl-Werkstatt von wienXtra in Wien-Simmering. Und Gespräch mit zwei Mitgliedern des Kinder-Beirates.

von Heinz Wagner

Oft sind es scheinbar kleine Dinge, die große, wenn nicht sogar die meiste Freude bereiten. Stundenlang hatten Kinder und Jugendliche Spaß an kleinen und vor allem großen, wabbernden Seifenblasen, die sie selbst erzeugen konnten. Jeweils zwei mit Schnüren verbundene Holzstäbe und große Schüsseln mit der seifigen Flüssigkeit. Die Schnüre zwischen den Stäben ergaben unterschiedlich viele Löcher, so dass bei manchen eben gleich mehrere Seifenblasen auf einmal rausschwebten.

Das spielte sich unlängst in Wien-Simmering auf dem Platz vor dem Bildungszentrum mit Bücherei, Volkhochschule und Veranstaltungssaal in unmittelbarer Nähe der U3-Station Enkplatz ab. Hier hatte die Grätzl-Werkstatt Halt gemacht.

Bewegungs- und andere Spiele

Zwischen dem Seifenblasen-Areal und dem Veranstaltungsgebäude fanden sich noch verschiedene Spiel- und Bewegungsstationen und ein Sitzkreis für Trommel-Sessions.

Wunschvorstellungen

Im Veranstaltungssaal aber wartet das Herzstück der Grätz-Werkstatt: Kreative Stationen zu den Themen Wunschhäuser, -wohnungen, - grätzl, -bezirk und vielleicht auch -berufe. Für letztere wartet ein fahrbarer Kleiderständer, wie er aus Gewandgeschäften bekannt ist, mit diversen Berufs-, aber auch anderen Kleidungsstücken (für die Fotowand des Figurentheaters Lilarum). Häuser schneiden und kleben Kinder, die hierher kommen aus Karton. Fürs Gestalten von (Traum-)Wohnungen und der entsprechenden Umgebung stehen alle möglichen Materialien von Stoff- und Lederresten, Karton und Korken, Glasperlen, Kleber und natürlich nicht zuletzt (Bunt-)Stifte bereit.

All die Collagen, die hier entstehen, werden – so versprechend die Betreuer_innen – auch in der Bücherei aufgehängt und ausgestellt.

Eine Schwäche bei den Traumvorstellungen ist, dass davor vielleicht workshop-mäßig gemeinsam wie bei Partizipationsprojekten wie der Wien-Werkstatt mit den Kindern erhoben werden könnte, was ihnen wichtig ist, was sie gerne machen wollen würden. So ergeben sich oft Reproduktionen des Bekannten, Gesehenen, Erlebten.

Gespräch mit zwei Kinderbeirats-Mitgliedern

Am Rande dieser Grätzl-Werkstatt trifft der Kinder-KURIER mit Kyra und Noah zwei Mitglieder des Kinderbeirates von wienXtra. Sie checken seit fast einem Jahr gemeinsam mit anderen - zwischen 4 und 11 Jahren – Kinder-Veranstaltungen und –Aktionen in Wien. „Wir schauen, wie kinderfreundlich die Sachen sind“, meinen die beiden über ihre Aufgabe. Hier bei der Grätzl-Werkstatt schätzen sie die Vielfalt an Angeboten, dass mit Wasserspielen schon was für ganz junge Kinder dabei ist, aber auch mit den Trommel-Workshops für Ältere, also auch ab 12 Jahren.

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Das Trommeln hat’s den beiden auch selber sehr angetan, sie bleiben sogar länger, um einen zweiten Workshop mitzumachen, bei dem es einleitend mit erhobenem dominantem (Rechts- oder Linkshänder) Arm heißt: „Das ist eine Hand und kein …. Hammer“

„Wir treffen uns aber auch, um Ideen zu besprechen. So gibt es jetzt im Ferienspielpass auch Geo-Caching“, berichtet Noah. Und seine Kollegin Kyra erzählt vom Rundgang beim Ferienspiel-Startfest, „dass bei manchen Stationen nicht so gut erklärt wird, was Kinder dort machen können. Das könnte man verbessern, finden wir.“

Ungefähr einmal im Monat treffen einander die Mitglieder des Kinderbeirates und daran finden die beiden „toll, dass Kinder da miteinbezogen werden“, um die Kindertauglichkeit von Angeboten der Stadt Wien zu überprüfen oder wie es neu-deutsch genannt werden würde evaluieren.

https://www.wienxtra.at/

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