Szenenfoto aus "Leyla", Teil von "Es war einmal..."

© DivercityLab.at

Kiku
06/16/2019

Von der Kinoleinwand in Live-Schauspiel switchen

Grandios Performances junger absolvierter Schauspieler_innen von DiverCityLab im Kinokulturhaus Metro in der Wiener Innenstadt.

Eine junge Frau betritt die Bühne. Von Liebe auf Hass und retour. In Sekundenbruchteilen schafft sie die dazugehörigen Gesichtsausdrück, die Körperhaltung. Sie spielt ein Vorsprechen für eine Filmrolle - und verschwindet fast wie sie gekommen ist. Um Sekunden später auf der Filmleinwand aufzutauchen. Dieser (Kurz-)Film namens Leyla - in der Hauptrolle Duygu Arslan - ist Teil von (filmischen) Kurzgeschichten. Absolvent_innen der vierjährigen Schauspiel-Ausbildung von DiverCityLab haben sie mit dem Filmregisseur Hüseyin Tabak und der Theaterregisseurin Aslı Kışlal erarbeitet.

Als Abschluss-Performance sind sie im Metro Kinokulturhaus in der Wiener Innenstadt nun zu erleben. Im wahrsten Sinn des Wortes. Denn so wie bei „Leyla“ spielt es sich auch bei den anderen Kurzfilmen ab: Von der Bühne auf die Leinwand und umgekehrt. Live gespielte Szenen finden ihre Fortsetzung in den Filmen „Isi“ (Onur Poyraz), „Bella“ (Isabella-Nora Händler), „Kaya“ (Ahmet Ağgün), „Derya“ (Melike Yağız), „Darian“ (Sayyed Javid Hakim), und „Lara“ (Barča Baxant), „Martina“ (Christina Lindauer). Oder umgekehrt der eine oder andere Film wird live auf der Bühne dieses Kinos, das wie ein kleines, großes Theater wirkt, weitergespielt. Unterschiedlichste, oft konfliktträchtige, heftige Szenen verlangen den - damals noch Schauspiel-Schüler_innen - extremste Konzentration ab. Die Filme und Szenen entstanden in knapp mehr als einer Woche Workshop mit dem genannten Profi-Film-Regisseur und der professionellen Theaterregisseurin und Initiatorin des DiverCityLabs.

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50 Shads of me

Eine von ihnen, Melike Yağız, zaubert in zehn Minuten als Art Zusammenfassung des in den vier Jahren Erlernten, Dutzenden (klassische) Theaterfiguren und vor allem ihre unterschiedlichen Gesichtsausdrücke in zentralen Szenen, auf die Bühne des Kino-Theaters.

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"Die Möwe und ich"

Bei der Premiere - sowie am 17. Juni 2019 - war/ist auch ein weiterer Film zu sehen. Absolvent_innen aus dem Jahr 2017 hatten mit der Regisseurin Nina Kusturica einen mittellangen Film gedreht. Inspirieren ließ die sich von Anton Tschechows Stück „Die Möwe“, in der er gelangweilte Oberschichtsgäste auf einem Landsitz im zaristischen Russland portraitierte. Davon ausgehend entwickelte sie mit den Schüler_innen eine ins Jahr 2092 und folgende transferierte Geschichte mit derselben Grundstimmung aber angereichert um zwei humanoide Roboter_innen, natürlich auch von jungen Schauspieler_innen verkörpert.

Zu hoffen bleibt, dass diese hervorragenden jungen nun absolvierten Schauspieler_innen von Theatergruppen und -häusern, von denen ja manche Vielsprachigkeit auf ihre Fahnen heften, engagiert werden. Viele der Absolvent_innen sind mehrsprachig und können auch in diesen Sprachen spielen.

Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

diverCITYLAB perFORMt und präsentiert Absolvent*innen

Es war einmal…
Kurzgeschichten für Leinwand und Bühne geschrieben und inszeniert von Hüseyin Tabak
Isi, ein junger Mann in seiner „letzten“ Nacht…
Bella, eine verfolgte junge Frau mit einem Geheimnis…
Leyla, eine Schauspielerin, die ihre Grenzen durchbricht…
Kaya, ein einsamer Autor, der keine Kondome zuhause hat…
Derya, eine liebende Mutter, die durch ein Geschenk dem Teufel in sich entgegen tritt…
Darian, ein Boxer, der in der U-Bahn eine schicksalshafte Begegnung mit dem Tod macht…
und Lara, die wahrscheinlich die außergewöhnlichste Lasagne der Welt auf den Essenstisch zaubert.

mit: Ahmet Ağgün, Duygu Arslan, Barča Baxant, Sayyed Javid Hakim, Christina Lindauer, Onur Poyraz, Isabella-Nora Händler, Melike Yağız
und: Onur Caḡdas Şahan, Hakan Çepelli, Yüsa Durak, Vedran Kos, Nazey Tuncer

Regie und Drehbuch: Hüseyin Tabak
Theaterregie: Aslı Kışlal
Kamera: Gabriel Krajanek
Ton: David Almeida-Ribeiro
Musik: Judith Varga u.a.
Schnitt: Tabea Hannapel, Fabian Rüdisser
Produktionsleitung: David Schabasser-Diaby
Assistenz: Mohanad Suwaed

Die Möwe und ich
Kurzfilm von Nina Kusturica basierend auf dem Stück „Die Möwe“ von Anton Tschechow
Fünf Frauen, fünf Männer und zwei humanoide Roboter im Mikrokosmos einer aufgelassenen Anstalt im Jahr 2092. Eifersucht, Liebe, künstlerischer Erfolg und Misserfolg bestimmen das Miteinander während jeder für sich dem eigenen Traum nachjagt. Die kleinen persönlichen Dramen verschmelzen zu einem Ganzen und ergeben einen Zustand, der für einige unerträglich wird.

mit: Zeynep Alan, Bircan Batir, Elif Bilici, Ayşe Bostancı, Jonathan Fetka, Fahim Heydari, Tanju Kamer, Berk Kristal, Onur Cağdas Şahan, Dilan Sengül, Hilal Uysal, Ines Miro.

Regie: Nina Kusturica
Kamera: Michael Schindegger
Musik: Uwe Felchle u.a.
Ton, Postproduktion Ton: Andreas Pils
Schnitt, Postproduktion Bild: Karin Klimitsch

50 Shades of me
Performance von MelikeYa
ğız
Produzentinnen: Aslı Kışlal und Anna Schober

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Wann & wo?

16. Juni 2019
19 Uhr: 50 Shades of me,  Dauer: 10 Minuten
& Es war einmal…, Dauer: 80 min

17. Juni 2019
19 Uhr: „Die Möwe und ich“, Dauer: 40 Minuten
20 Uhr: „Es war einmal…“, Dauer: 80 min

METRO Kinokulturhaus: 1010 Wien, Johannesgasse 4
Tickets: reservierung@filmarchiv.at
Telefon: (01) 512 18 03 (täglich 15 bis 21 Uhr)

www.divercitylab.at

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