Fotos aus dem Making of der "Schatz"-Sammlung in der Grazer NMS der PH-Steiermark

© Heinz Wagner

Kiku
10/30/2019

Viele Schätze vielfältig multimedial vorgestellt

Top-Medienprojekte von Kindern und Jugendlichen wurden beim MLA, dem Media Literacy Award, ausgezeichnet.

von Heinz Wagner

Eine kupferne, goldglänzende, schwarzgemusterte Kaffeekanne stellt Sidra in einem kleinen Video vor. Es ist ein Schatz, den ihre Familie, mit der sie in Graz lebt, in Wien gekauft hat. Die orientalisch anmutende Kanne, so erzählt sie, verwendet ihre Kernfamilie nur zu feierlichen oder traurigen Anlässen. Sie schildert diese und andere Familienschätze in knapp zwei-minütigen Videos. Wahlweise kann sie auf Deutsch, Englisch, Arabisch oder der kurdischen Sprache Kurmandschi angehört werden. Sie und ihre engsten Angehörigen kommen aus Qamishli. Das liegt im Norden Syriens, dem Gebiet, das als Rojava bekannt ist und seit einigen Wochen von der türkischen Armee überrollt wird. Weshalb sie und ihre Familie in großer Sorge um ihre Verwandten in der Region sind.

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Vielsprachig

Sidra und ihre mehr als fünf Dutzend Mitschüler_innen aus den vorjährigen 5. und 6. Schulstufen der Praxis-Neuen Mittelschule der Pädagogischen Hochschule in der steirischen Landeshauptstadt haben Geschichten und Bilder über unterschiedlichste Familienschätze gesammelt. Fotos und Erzählungen – von Briefmarken- und Münzsammlungen der Großeltern bis zu Kuscheltieren, der genannten Kaffeekanne aber auch „nur“ aufgenommene Erinnerungen – verarbeiteten sie zu digitalen Stories und einer gesamten Projekt-Website unter dem gemeinsamen Titel „Unsere Wurzeln – unsere Schätze“. Ein weiterer Schatz durchzieht das gesamte Projekt: Sprachenvielfalt. 13 verschiedene Sprachen konnten die 11- und 12-jährigen in ihr Projekt einbringen.

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519 Medienprojekte

Dafür wurden sie mit einem der 21 Preise beim diesjährigen MLA, dem MediaLiteracyAward, ausgezeichnet. 519 Medienprojekte, die im vorigen Schuljahr in ganz Österreich entstanden sind, wurden eingereicht. Darunter ein gedrucktes Kartenspiel, Radiosendungen, Podcasts, Videos – sowohl Animationen als auch Spiel- und Experimentalfilme und eben Multimediales wie das oben beschriebene.

Jugendliche aus dem B/R/G Bad Ischl (OÖ) ...

... beschäftigten sich ...

bad-ischl8.jp

... vor allem mti JugendspracheN ...

... auf vielen medielan Ebenen ...

... setzten sie ihr Thema um ...

...

...

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Welche Schätze in den ...

... Wurzeln unterschiedlicher Herkünfte ...

... verborgen sind ...

... war Inhalt des Projekts ...

... der Praxis-Neuen MittelSchule ...

... der Pädagogischen Hochschule in Graz

...

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Jugendliche der Berufsschule für Verwaltungsberufe ...

... in der Wiener Embelgasse ...

... verwendeten offen und frei zugängöliche Daten, ...

... um sie sozusagen lebendig zu werden...

... indem sie inen informativen Spaziergang durch ihren Schulbezirk erstellten.

Lebendig werden ließen auch ...

... Jugendliche der Meisterklasse für Kommunikationsdesign ...

... der HTL Bau und Design in Linz (OÖ)...

... Comic-Plakate einer Ausstellung...

... sie hatten die Plakate, aber ...

... auch die Animationen ...

... geschaffen, die ...

... ablaufen, wenn Smartphone oder Tablet ...

... auf die Plakate gerichtet werden ...

...

...

Jugendsprachen

Multimedial war auch ein weiteres ebenfalls vielsprachiges Projekt. „Meine Heimat – meine Sprache“ aus dem B/R/G Bad Ischl (Oberösterreich) beschäftigten sich Jugendliche vor allem mit „ihren“ Sprachen, nämlich denen der Jugend. Die setzten sie in vielfältiger Form um, von fotografierten Scrabble-, und Kreuzworträtsel-Anordnungen über einen Trickfilm bis zu (selbst-)ironischen gefilmten Szenen.

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Daten zum Leben erweckt

Ebenfalls einen MultiMedia-MLA konnten Verwaltungs-Berufsschüler_innen in Empfang nehmen. Sie vebanden einen Teil ihrer Ausbildung, offene Daten der Stadt Wien, um daraus zu einem Spaziergang an Orte im Bezirk ihrer Berufsschule zu animieren: "Open Data Outdoor Study (ODOS)". An einigen der Ziele des Spaziergangs können über von den Schüler_innen kreierte QR-Codes auf den eigenen SamrtPhones Infos gelesen und gesehen werden. Die Jugendlichen erweckten sozusagen leblose Daten zu lebendigen, multimedialen Informationen.

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Augmented Comics

Ebenfalls irgendwie lebendig machten Jugendliche der Meisterklasse der HTL Bau und Design in Linz zweidimensionale gedruckte große Plakate im Comic-Stil. Aus diesen gestalteten sie eine Ausstellung. Zuvor hatten die einzelnen Schüler_innen aber zu jedem Plakat Animationsfilme am Computer geschaffen. Wer bei der Ausstellung SmartPhone oder Tablet auf das Plakat hielt, konnte die Filme auf dem Screen sehen und erleben – erweitere Bilder sozusagen, „Augmented Comics“.

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Radiosendungen, Podcasts

Schüler_innen der 3. und 4. Klassen der Volksschule in der Wiener Kindermanngasse hatten sich im vorigen Schuljahr mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, die von (fast) allen Ländern unterschrieben worden ist, beschäftigt. Die wird heuer 30 Jahre. Sie wurde am 20. November 1989 von der UNO-Generalversammlung beschlossen.

Die Volksschüler_innen suchten sich jene zehn Rechte aus, die sie für besonders wichtig hielten und gestalteten zu jedem dieser Rechte einen eigenen Podcast.

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Nöstlinger, YouTube

Die geniale, beliebte, leider im Vorjahr verstorbene, Autorin Christine Nöstlinger inspirierte Kinder der Volksschule Strobl (Salzburg) ihr, aber auch dem Lesen generell, eine spannende Radiosendung zu widmen.

„Spätestens wenn angemerkt wird, dass das eben zu Ohr gebrachte Interview gar nicht echt war, erkennt man das heitere Element des Projekts „Hilfe, das YouTube wird gelöscht!“. Und zugleich damit auch das Bittere und Lehrreiche: In einer Welt, in der Fake News zusehends Gehör finden, ist es hilfreich, sich zumindest implizit damit – und letztlich auch mit den gesetzlichen Grundlagen des Digitalen auseinanderzusetzen“, so begründete die achtköpfige Fachjury den Award für das genannte Projekt der NMS Feldkirch (Vorarlberg). Die Schüler_innen hatten bei der Aufregung um Artikel 13 der Urheberrechtsreform der EU angesetzt. Vor einem Jahr hatte damals die Sorge geherrscht, damit würde sozusagen das Internet „gelöscht“. Ausgehend von dieser Sorge recherchierten die Schüler_innen intensiv und gestalteten eine informative Radiosendung.

Kinder der Volksschule Kindermanngasse (Wien) ...

... haben zehn ...

... Podcast-Folgen ...

... zu Kinderrechten ...

... gestaltet.

Kinder der Volksschule Strobl (Salzburg) ...

... produzierten eine Radiosendung über Christine Nöstlinger und über Lesen im Allgemeinen

Jugendliche der Fachmittel- und Polytechnsichen Schule Wien 3 gestalteten eine humorvolle, kritische Radiosendung über Schlagzeilen gedruckter Zeitungen.

Schüler_innen des BORG Dreierschützengasse (Graz) setzten sich in ihrer Radiosendung mit vielen Facetten des ...

... Begriffs Heimat auseinander.

Er-Schlag-Zeilen

Kritisch mit Schlagzeilen, vor allem in (Gratis-)Zeitungen hatten sich Jugendliche der Fachmittel-bzw. Polytechnischen Schule in Wien-Landstraße in einer Radiosendung auseinandergesetzt. Die Ironie, die sie in ihren Beitrag verpackten, schwingt nicht zuletzt schon im Titel mit: „Themen, die die Welt nicht braucht“.

Wochenlang sammelten sie vor allem große Überschriften solcher Printprodukte und kamen vor allem im Bereich Chronik zum Sager: „Denkt‘s einmal nach, es gibt Wichtigeres auf der Welt.“

Rot-weiß-bunt

Wiener Schnitzel, Apfelstrudel, Jammern … diese Aussagen aus einer Umfrage über „typisch Österreichisches“ stellten Schüler_innen des Grazer BORG Dreierschützengasse an den Beginn ihrer rund halbstündigen Radiosendung, „Die Wahrheit über die Heimat“, die sie gemeinsam mit dem freien Radio Helsinki gestalteten. Natürlich brechen sie die Klischees in der Sendung, immer wieder auch bissig-ironisch, nicht zuletzt mit Musik-Einspielungen. „Parforceritts durchs Rotweißrote – oder diesfalls besser: Rotweißbunte. Ein abwechslungsreiches akustisches Vergnügen!“, formulierte die Jury u.a. ihre Auszeichnung.

https://www.mediamanual.at/best-practice/

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Die Statuen für die preisträger_innen...

... vollbesetzter großer Saal im Dschungel Wien ...

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Videos von Auftritten im Rahmenprogramm des MLA 2019