Abteilungsvorständin in Maschinenbau am TGM-Wien, Gabriele Schachinger

© Wolfgang Semlitsch/SchauTV

Kiku
02/02/2019

Schon als Kind gern Dinge zerlegt – und wieder zusammengebaut

Einzige Maschinenbau-Abteilungsvorständin in ganz Österreich über neuen Lehrplan und Mädchen-/Frauenförderung.

von Heinz Wagner

Gabriele Schachinger, Abteilungsvorständin Maschinenbau am TGM, unterrichtet dort seit gut 20 Jahren und legt viel Wert auf innovative Projekte. Immer wieder stießt der Kinder-KURIER in den vergangenen Jahr(zehnt)en auf von ihr betreute Projekte, die es ins Bundesfinale von Jugend Innovativ geschafft hatten.

Die Umbenennung des Zweigs Maschinenbau in „New Technologies and Smart Mechanics“ sei, so erklärt sie, nicht nur eine neue Etikettierung. Sie gehe einher mit einer kräftigen Änderung des Lehrplanes. „Anlagentechnik erfolgt heute sehr stark automatisiert, das heißt, es sind sehr viele neue Technologien, IT-Elemente und der Drang zur Digitalisierung zu erlernen. All das wird von Absolvent_innen verlangt und erwartet. Daher müssen sie es hier in der Schule lernen. Die Wirtschaft erwartet sich aber auch fundierte Maschinenbau-Kenntnisse. Der neue Lehrplan verknüpft die beiden Elemente.“

Und dazu dient die Mini-Fabrik?
Die ist einerseits ein Ergebnis mehrerer Diplomprojekte – ein weiteres folgt (siehe Interview zum nächsten Maturaprojekt der Digitalisierung der Mini-Fabrik). Andererseits ist sie ein Unterrichtsmittel für die jüngeren Schülerinnen und Schüler. Wenn die Jugendlichen Angewandte Informatik oder Automatisierungstechnik lernen, dann im Klassenzimmer die theoretischen Grundlagen und dann können sie gleich an der Maschine praktisch trainieren, was sie wie programmieren müssen, damit die Roboter das machen, was sie sich ausgedacht haben. Nach Abschluss des nächsten Projekts, können sie das dann mit Augmented Reality-Brillen und Tablet, sozusagen von der Ferne mit der Maschine „reden“, sie steuern.“

Mädchen- und Frauenförderung

Schachinger ist die einzige Maschinenbau-Abteilungsvorständin in ganz Österreich. Noch immer sind Mädchen in diesem und anderen technischen Bereichen in Österreich eine unterrepräsentierte Minderheit. KiKu und SchauTV wollten von der Pionierin wissen, wie sie selbst zur Technik gekommen ist.

„Schon als kleines Kind habe ich immer gern Dinge zerlegt und – so sagt man – auch wieder zusammengebaut. Ob das immer erfolgreich war, weiß ich nicht. Aber kreativ war ich auf jeden Fall. Kreativität versuchen wir auch hier zu fördern.

Zugegeben, als ich im TGM als Schülerin begonnen habe, gab es so wenige Mädchen, dass sich alle jungen Frauen gekannt haben. Das hat sich schon deutlich gesteigert – nicht in allen Fachbereichen.

War das am Anfang schwierig, Angehörige einer Minderheit zu sein?
Schwierig war’s nicht. Wenn einem etwas Spaß macht, es interessiert, wie Dinge funktionieren, man experimentierfreudig ist, dann bist du in so einer Schule gut aufgehoben.

Als ich als Lehrerin begonnen habe, hatten wir noch nicht sehr viele Frauen, die unterrichtet haben. Ich bin stolz darauf, dass wir in der Abteilung den höchsten Frauenanteil in den technischen Fächern haben. Als Abteilungsvorständin habe ich bei den Einstellungen bei gleicher Qualifikation geschaut, dass Frauen genommen werden und bei unseren Projektpräsentationen wollen wir auch immer wieder Eltern zeigen, dass dies auch für Mädchen interessante Bereiche sind.“