Kiku
23.08.2018

Lebensmittel, Gespräche und Kulturtipps

Gemeinsame Aktion von Le+O (Caritas) und dem Figurentheater Lilarum in sieben Lebensmittel-Ausgabe-Stellen.

Vor allem Kinder und Mütter nutzen die Fotobox, die an diesem Tag hier in der Pfarre Gartenstadt (Wien-Floridsdorf) während der Lebensmittelausgabe des Projekts Le+O aufgebaut ist. Die Mütter oft noch schüchtern, folgen den aufgeweckteren Kindern, die sich auf die kleine Bank aus umgedrehten Getränkekisten trauen. Einige Tier-Teilgesichtsmasken vor die Augen gehalten oder Mäuseohren aufgesetzt und schon wird fotografiert. Wenige Minuten später halten die Familien das ausgedruckte Foto in einem Faltkarton mit abgedruckten Charakteren aus Stücken des Wiener Figurentheaters Lilarum in Händen.

Donnerstagvormittag war Auftakt für eine Tour bis Ende August, die die Theaterleute von Floridsdorf über die Brigittenau, Aspern (Donaustadt) und Ottakring bis Liesing und Hietzing führen wird. Mit der Foto-Aktion will das Theater auf den Kulturpass hinweisen. So wie bedürftigere Familien bei der Aktion Le+O kostengünstig Lebensmittel UND sozialarbeiterische Orientierung bekommen, so können sie mit diesem Ausweis kostenlos verschiedene Kulturangebote nutzen – unter anderem im Lilarum. Denn auch die Teilnahme am kulturellen Leben – und das schon von klein auf – ist ebenso ein Grundbedürfnis wie die Versorgung mit Nahrung – und vor allem ein Mittel gegen Ausgrenzung.

drei_kinder4.jpg

Hintergrund-Infos

Das Figurentheater Lilarum spielt vor allem für (Klein-)Kinder und Familien jährlich rund 350 Vorstellungen auf hohem künstlerischen Niveau mit bis zu 40.000 Besucher_innen. Der Auftakt der Kooperation fand bewusst in Floridsdorf statt. Aus dem Kulturbudget des Bezirks wird seit dem Vorjahr vor Weihnachten eine Aufführungsserie eines Stückes im Haus der Begegnung in der Großfeldsiedlung finanziert.
www.lilarum.at

Gemeinsam mit Pfarren sowie dem Roten Kreuz und Team Österreich bietet Caritas Le+O seit 2009 Familien einmal wöchentlich 14 Kilo Lebensmittel für 3,60 € (Einkommensgrenze für eine Einzelperson: 1.150 €) an. Neben der Versorgung mit Nahrung soll in einer Art Kaffeehausatmosphäre Platz und Zeit für zwanglose Gespräche sein. Je mehr Vertrauen, desto eher kommen den Sozialarbeiter_innen gegenüber Probleme zur Sprache – von der „Übersetzung“ amtsdeutscher Schriftstücke bis zur Organisierung von Lernhilfe für Kinder.

Le+O gibt es an 16 Stellen in Wien sowie im Umland. Im Vorjahr wurden insgesamt 750 Tonnen Lebensmittel an rund 15.500 Menschen ausgegeben. Der überwiegende Teil der anfallenden Arbeit bei Le+O wird von rund 1100 Freiwilligen geleistet. Mehr als 700 Tonnen der Lebensmittel werden von Supermärkten und Produzenten zur Verfügung gestellt, ca. 26 Tonnen kommen aus Aktivitäten der Young Caritas – u.a. der Aktion Kilo – dazu. Rund 26.000 Schülerinnen (Zahlen nachträglich korrigiert, Anm. d. Red.) ersuchen dabei vor Supermärkten, Kund_innen das eine oder andere Kilo Lebensmittel zu kaufen und für die Aktion zu spenden. Dabei kommen vor allem teurere Dinge wie Kaffee zusammen. 
www.caritas-leo.at

Follow @kikuheinz

lebensmittel1.jpg