Solo für ein Duo - allein daraus ergibt sich schon viel ;)

© PhileDeprez

Kiku
06/28/2019

Geiles, mitreißendes, ironisches Konzert

„Solo von Nas & Jim“ aus den Niederlanden thematisiert Ego-Trip und Narzissmus in unübertrefflicher Form.

von Heinz Wagner

Ein ziemlich geiles Konzert zwischen Electro-Pop, Rap und fast Schlager ist die ¾-stündige Performance „Solo von Nas & Jim“ aus den Niederlanden. Von dort kamen übrigens einig der besten Stücke beim diesjährigen Schäxpir-Festival. Nastaran Razawi Khorasani und Jimi Zoet geben aber nicht nur ein zum Tanzen mitreißendes Konzert für stehendes Publikum auf der Bühne der Kammerspiele. Sie nehmen in karikaturenhafter, witziger Form (nicht nur) den Starkult diesfalls der Musikszene aufs Korn. Voller Ego-Trip. Ich bin die7der Größte, für andere neben mir bleibt überhaupt kein Platz - bis hin zur Frage „wie viele Menschen werden wohl bei meinem Begräbnis sein?“ Monologe ans Publikum werden mit einem „Danke für den Dialog“ abgefeiert. Im totalen Narzissmus kracht’s dann natürlich auch immer wieder zwischen dem Duo, lässt er sie stolpern, ignoriert sie ihn, wenn er auf dem Boden liegt. So nebenbei wird auch Rassismus oder aber auch Koketterie mit fremdländischem Aussehen angespielt.

Infos: Was? Wer?

Solo von Nas & Jim
Maas Theater and Dance (Niederlande)
Ab 14 Jahren; ¾ Stunde

Konzept: Nastaran Razawi Khorasani
Darsteller_innen & ProduzentInnen: Nastaran Razawi Khorasani, Jimi Zoet
Dramaturgie: Tobias Kokkelmans
Finale Regie: Sarah Moeremans