Kiku
30.07.2018

"Frieden beginnt mit einem Lächeln!"

500 Kinder aus zwei Dutzend Ländern machen Urlaub in vier Camps in Österreich. KiKu-Lokalaugenschein im Wiener Camp. Vier Dutzend Fotos, ein Video.

Im Garten des De-La-Salle-Schulzentrums in Wien-Strebersdorf steht dieser Tage ein mittelgroßes Zirkuszelt. Drinnen ist es brütend heiß an diesem hochsommerlichen Vormittag. Es wird einigermaßen erträglicher, als die Seitenwände komplett abgenommen werden. Den jungen Artistinnen und Artisten ist es scheinbar egal. Unverdrossen und enthusiastisch machen sich jene, die gerade an der Reihe sind, daran, menschliche Brücken und Pyramiden zu bauen. Manchen ist die höchste Position bei der Pyramide aber dann doch nicht ganz geheuer und sie überlassen die Top-Stellung einer Kollegin.

Die Kinder und Jugendlichen üben hier Kunststücke für die Talente-Show an einem der letzten Abende dieses internationalen Kids Camps der VIG ( Vienna Insurance Group). Kinder von Mitarbeiter_innen aus den zwei Dutzend Ländern, in denen diese internationale Versicherungsgesellschaft Niederlassungen hat, dürfen jeweils an einem Kreativbewerb teilnehmen. Waren es die ersten acht Jahre Zeichnungen, so heuer erstmals Fotos – zum Thema Frieden. Die 500 besten Einsender_innen werden mit dem zweiwöchigen Camp in Österreich (aufgeteilt auf Wien, Wagrain, Bad Goisern und Seeboden) belohnt. Gemeinsame Ausflüge – Erkundungen aber auch Besuche in Sozialeinrichtungen wie Senior_innen-heime, stehen ebenso auf dem Programm wie Sport (in Wien beispielswiese ein Fußballturnier) und Spiel. Und eben die schon erwähnte Talente-Show.

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Leidenschaftlicher Tänzer

Auf so manchen Wunsch wiederholt hier der elfjährige Giorgi Zhorzholiani, genannt Kutaisi, seinen zuvor schon auf einem erweiterten Stück des langen Ganges gezeigten mitreißenden Hip-Hop-Dance.

„Wir nennen ihn so“, so die Kolleginnen aus Georgien, „weil er von dort kommt.“ So heißt seine Heimatstadt. „Ich mag es, vor Publikum zu tanzen“, vertraut er dem Kinder-KURIER in einem späteren kurzen Interview an. Auf Nachfrage sagt er: „Ich tanze immer alleine.“

Auf seinem eingeschickten Friedensfoto malen Kinder in der freien Natur – auf und neben einer Wiese. Auch in seinen anderen Ideen für den Fotobewerb hatte er immer mehrere Kinder im Kopf – „das eine Mal, wenn sie Vögel frei lassen und das andere Mal sollten sie Ballons steigen lassen.“ Diese beiden Ideen ließ der Bub, der in der Schule am meisten Mathe, Englisch und Georgisch mag, fallen.

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Entwaffnend

Seine Kollegin Nutsi Ivanovi (9) aus der georgischen Hauptstadt Tbilisi hat „einen Stadtplan (von einem Teil Venedigs) auf einen Tisch gelegt, darauf Spielzeugfiguren im Kreis aufgestellt und Spielzeugwaffen in die Mitte gelegt – die haben diese Maxerln alle abgegeben.“ Das Foto dieser symbolischen allgemeinen Entwaffnung wurde ihr Bild vom Frieden. „Meine erste Idee war es, Tauben (auch ein Friedenssymbol) zu fotografieren. Aber die Vögel haben nicht gewartet bis ich das Foto gemacht habe.“

Für sie sind die zwei Wochen „glaub ich das erste Mal, dass ich ohne Eltern auf Urlaub bin, ganz genau kann ich mich nicht erinnern. Jedenfalls war es das erste Mal, dass ich mit dem Flugzeug geflogen bin. Es war spannend, aber Angst hab ich keine gehabt.“

Nutsi liebt in der Schule „Mathe und da rechnen, Kunst – am liebsten male und bastle ich – und Sport“. Am meisten steht sie bei letzterem auf das Ballspiel Abschießen. „Gar nicht mag ich, wenn die Kinder in der Schule laut sind. Draußen, ja, da bin ich auch manchmal selber laut.“

In der Freizeit „lese ich gerne Abenteuergeschichten, spiele im Hof oder auf der Straße mit andere Kindern und ich mag auch Computerspiele“.

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Frieden beginnt mit einem Lächeln

Bereits zum dritten Mal hat’s die nunmehr 12-jährige Jona Nuredinaj aus der albanischen Hauptstadt Tirana ins Wiener VIG-Kids-Camp geschafft. „Eigentlich wollte ich ein Foto mit meinen Zwillings-Cousins machen, aber bei dem Familientreffen hat dann zufällig mein Opa der Oma den Arm um die Schulter gelegt und beide haben so schön gelacht. Das musste ich fotografieren. Das Bild habe ich dann meinem Bruder geschickt und der hat am Computer den Spruch „Peace begins with a smile“ (Frieden beginnt mit einem Lächeln/Paqja fillonme një buzëqeshje) eingefügt.“

An den Camps begeistern sie „die Spiele mit anderen Kindern und die Ausflüge, wo wir immer wieder was entdecken können – voriges Jahr waren wir in einer Schokofabrik, heuer in einer Speise-Eis-Manufaktur.“

Das Zusammensein mit anderen Kindern ist für sie auch das Beste an der Schule, in der sie aber auch Mathe und Englisch gern hat. In der Freizeit mag sie Sport – im Sommer schwimmen und im Winter Eislaufen.

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Trotzdem Freunde

Rajan Murati hat, wie er dem KiKu erzählt „im Internet nach möglichen Motiven gesucht und eines gefunden, das mir sehr gefallen hat: Das internationale Friedenszeichen mit Händen nachstellen. Ich hab dann fünf Freunde gefragt und die haben das für mein Foto gemacht. Sie waren aber gar nicht eifersüchtig, dass ich mit dem Foto den Platz beim Camp gewonnen habe, sie hätten ja gar nicht mitmachen können (weil ihre Eltern nicht bei der Versicherung arbeiten).“

Der Zehnjährige ist Fan von alter Geschichte, „besonders die Illyrer (vor rund 2500 Jahren auf der westlichen Balkanhalbinsel und im südöstlichen Italien) interessieren mich und ich les Bücher, die ich dazu kriegen kann – das liebe ich.“ Ansonsten „spiel ich gerne Fußball mit Freunden und da spiele ich im Turnier - Stürmer.“

Romy Schrammel, Presse-Frau des Wiener Städtischen Versicherungsvereins (der Österreich-Abteilung der VIG), warf bei diesen Interviews ein, dass am Tag des KIKU-Lokalaugenscheins (30. Juli) „der internationale Tag der Freundschaft (von der UNO vor sieben Jahren ausgerufen) ist“ und wollte von den beiden Kindern wissen, ob sie neue Freund_innen gewonnen“ hätten.

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Jona Nuredinaj berichtet: „Im Vorjahr hab ich mich mit Mädchen unter anderem aus Mazedonien angefreundet, die heuer nicht mehr kommen konnten, weil sie schon zu alt (über 14) sind. Die haben mich gebeten, dass ich ihnen Fotos vom heurigen Camp schicke. Über Snap-Chat hab ich schon einige gesendet.“

Ihr Kollege aus Tirana ergänzt: „Ich habe sogar georgische Freunde, obwohl wir gegen sie beim Fußballturnier verloren haben! Aber wir haben trotzdem Spaß miteinander.“

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Tagebücher

Eine Gruppe ukrainischer Kinder und Jugendlicher sitzt ziemlich still in einem Raum, jede und jeder vor sich ein Heft oder einige gefaltete, geheftete Blätter. Sie schreiben, zeichnen, schneiden Dinge aus und kleben sie in „unsere Tagebücher“, erklärt Zoriana Pavlush dem Kinder-KURIER. Die Schülerin aus Rivne ist neben einer Betreuerin „die Übersetzerin der Gruppe, weil ich gut Englisch kann. Alle paar Tage setzen wir uns hin und schreiben und zeichnen über die vergangenen Tage.“

Die Elfjährige, die neben Englisch auch noch Mathe und vor allem Informatik liebt, hatte viele Überlegungen für ihr Friedensfoto, „aber dann kam DIE Idee: In der Nähe einer Orgel bei einer Statue kommt das Licht von unten. Ich habe die Hände geöffnet und dazwischen ein Loch gelassen, durch das dieses Licht kommt.“

Fotos, die die interviewten Kinder und Jugendlichen für den Bewerb eingeschickt hatten

Fotos der interviewten Kids

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Frieden beginnt mit einem Lächeln von Jona Nuredinaj

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Das von fünf Freunden mit ihren Händen geformte Friedenszeichen von Rajan Murati

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Allgemeine Entwaffnung von Nutsi Ivanovi

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"Licht in deinen Händen", von Zoriana Pavlush

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Kindern zeichnen friedlich zum Frieden - von Giorgi Zhorzholiani

Alfred-Fried-Fotopreis

„Fotografiere dein Bild vom Frieden“, hatte das Bewerb(ung)smotto gelautet. Die 500 kreativsten – von rund 800 - Einsendungen wurden auch beim Alfred-Fried-Fotopreis für Kinder 2018 eingereicht. Das „Children Peace Image of the Year“ wird mit einem Preisgeld von 1.000 Euro belohnt.

Und weil’s heuer schon den Fotobewerb gab, wird weiter auf diese Form der Bilder gesetzt. Auf Instagram wurde ein eigener Account eingerichtet, fleißig schicken Kids und Betreuer_innen Fotos an die virtuelle Welt ;)

Infos

www.vigkidscamp.com/de

https://www.instagram.com/vigkidscamp/

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Hintergrund

Das VIG Kids Camp ist eine Initiative des Wiener Städtischen Versicherungsvereins. Der Wiener Städtische Versicherungsverein ist Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG) und unterstützt den Konzern in allen kulturellen und sozialen Belangen.
www.wst-versicherungsverein.at

Zu einem KiKu-Bericht vom VIG-Kids-Camp des Vorjahres geht's hier unten:

Vier Dutzend Fotos aus dem Wiener VIG_Kids-Camp 2018

Fotos vom VIG-Camp 2018

1/48

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Begrüßung in allen Sprachen ...

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... der Teilnehmer_innen

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Vor...

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... und vor allem im ...

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Zirkuszelt ...

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... werden akrobatische ...

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... Kunststücke ...

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geübt, ...

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... die dann am ...

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... Abend der Talenteshow ...

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... den anderen Kindern, Jugendlichen und Gästen ...

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... gezeigt werden ...

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Auch Tanz-Performances werden ...

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... auf dem Programm...

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... der abendlichen (2. August) ...

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... Talenteshow stehen

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Hier Schnappschüsse...

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... von einem der ...

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... Vorrunden-Spiele...

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... das Finale steigt am letzten Tag des Camps...

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Blicke auf die Gruppe, ...

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... die gerade an ihren Tagebüchern ...

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... arbeitet, im Vordergrund: Zoriana Pavlush (11)

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Giorgi Zhorzholiani (11)

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Jona Nuredinaj (12)

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Nutsi Ivanovi (9)

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Rajan Murati (10)