Kiku
25.04.2018

Ein Italo-Western mit viel Humor

„5 vor 12“ ein humorvoller Film – produziert von Menschen mit und ohne (Lern-)Behinderungen.

Die einen mögen den Film vielleicht sogar gewalttätig finden. Andere, bei bisherigen Vorführungen die meisten, finden die Schüsse, die Tode so lustig gespielt, dass diese Szenen sich eher lustig machen über die Gewalt, die in sogenannten Western zu sehen sind. Zum einen ist Blut meistens wie in einem Zeichentrickfilm in die Schauspiel-Szenen rein montiert, zum anderen wirken die „Helden“ gerade dann lächerlich, wenn sie gewalttätig agieren.

Der rund einstündige Film „5 vor 12“, der ursprünglich als vierteilige Serie für den Fernsehsender Okto produziert und später zu einem Kinofilm erweitert wurde, nimmt sich einer speziellen Form dieser Filme an, der Italo-Western. Sowohl die eigens für den Film komponierte Musik als auch viele Kamera-Einstellungen – lange fast stehende Bilder aus spannenden Perspektiven – vermitteln tatsächlich das Gefühl dieser Filmgattung.

Für den Film gab es zwar ein Drehbuch, vieles aber wurde bei den Dreharbeiten spontan improvisiert. Das erzählten der Regisseur und einige der Darsteller_innen, die in der letzten April-Woche bei einer Vorführung in der Social-City Wien am Sachsenplatz in der Brigittenau (20. Bezirk). Insgesamt gab es nur acht Drehtage!

Der knapp mehr als einstündige Film besteht aus zwei Teilen: Zunächst wird in zehn Lektionen erklärt, was eigentlich ein Western, was Cowboys usw. sind. Wobei der Westen im Osten liegt ;) Im zweiten Teil spielt sich dann die Handlung – mit Überfall auf einen Zug, mit betrunkenen Cowboys im Saloon und nicht zuletzt mit einem Duell gegen Ende ab. Die Taschenuhr eines der Duellanten zeigt eben 5 vor 12 ;)

Viele, viele Lacher gab es während der Vorführung, aber auch des dreiminütigen Extras, des Making of.

Gruppenfoto der Film-Crew von "5vor 12"

Inklusiver Film

Ach ja, der Film zeichnet sich nicht nur durch seinen Humor aus – alle Darstellerinnen und Darsteller – mit Ausnahme dreier Gastschauspieler – sind Menschen mit (Lern-) Behinderung, also ein Inklusivo Italo Spagetti Western.

Noch bevor der Film fertig geschnitten wurde, waren die ersten Erfolge schon sicht- und spürbar: den Schauspieler_innen hat die Arbeit nicht nur großen Spaß gemacht. Das Schlüpfen in andere Rollen, Maske & Kostüm, mal (bis auf Florian Jung, der seit vielen Jahren als Schauspieler arbeitet) Schauspieler_in sein, erzielte erstaunliche Effekte wie z.B. große Ruhe während des Arbeitens, lange Konzentrationsphasen und das eine oder andere Selbstbewusstsein machte dieser Tage einen großen Hüpfer“, schreibt der Regisseur Ernst Tradinik auf seiner Homepage Menschen & Medien.

Der ganze Film – samt Untertiteln (auch für Gehörlose, also nicht nur der gesprochenen Dialoge, sondern auch Beschreibungen von Geräuschen) ist auf einer DVD und die Filmmusik auf einer eigenen CD beim Regisseur – für 10 € - zu bestellen – Adresse unten:

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