© Rainer Berson

Kiku
05/03/2018

Die Menschheit auf der Anklagebank

15 Kinder einer der Theater-Werkstätten im Dschungel Wien spielen derzeit "Morgen könnte unsere Welt Atlantis sein".

von Heinz Wagner

15 schwarzgewandte junge Darstellerinnen und Darsteller der Theaterwild:Werkstatt „Wildwuchs“ spielen derzeit im Dschungel Wien um die Rettung des Planeten, oder zumindest der Menschheit. Mit Fantasie-Figurennamen wie Sombrero, der Tiger aus dem Regenwald oder Dortmunde, der Drache, Tiphane, das Amphir usw. spielen sie auf dem Grundriss einer Wohnung und vor dem Hintergrund eingeblendeter Traumstrände oder verschmutzter Meere ein Gerichtsverfahren.

Angeklagt ist die Menschheit: Bekannte Fakten zur Verschmutzung und zum Ressourcenverbrauch werden vorgeworfen – und in anschauliche Beispiel übersetzt. So verbrauchen die Menschen in den USA Tag für Tag so viele Kunststoff-Trinkhalme, dass damit 125 Schulbusse vollgefüllt werden könnten. Anklägerinnen und Ankläger sind immer wieder Exemplare bedrohter Tierarten, aber auch Menschen, die mit ihnen sympathisieren.

Zudem wird in einer Szenen auch angesprochen, dass sich Menschen gegenseitig in Kriegen umbringen.

Auf der anderen Seite treten zur Verteidigung gerettete Tiere, aber auch Menschen auf, die ins Treffen führen, dass es ohnehin auch Organisationen, Vereine und Einzelne gibt, die sich für den Erhalt des Regenwaldes, gegen die Umweltverschmutzung usw. engagieren.

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Aber was überwiegt?

Statt eines Richter_innen-Spruchs, wird das Publikum sozusagen zu Geschworenen ernannt und gefragt, ob das zuletzt genannte Engagement reicht, um die Menschheit überleben zu lassen oder eben nicht.

Hin und wieder kommt trotz aller Ernsthaftigkeit des Themas auch Humor nicht zu kurz. Und vielleicht, so hoffen etliche der jungen Theaterleute, geht wenigstens die eine oder der andere aus dem Saal und beginnt über den eigenen Konsum bzw. sonstiges Verhalten nachzudenken.

 

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Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

Morgen könnte unsere Welt Atlantis sein
Dschungel Wien
Schauspiel mit Musik, ca. 45 Minuten

Künstlerische Leitung, Regie, Textbuch: Stephan Witzlinger, Iris Schmid

Darsteller_innen sind die Teilnehmer_innen der Theaterwild:Werkstatt „Wildwuchs“:
Chandra Birkhan-Dhellemmes, Matilda Bosnjak, Moritz Durst, Yuzin Sarah Fürlinger, Märja El Gmati, Valentin Huhle, Aileen Krick, Sasha Maria Manteuffel, Matilda Plank, Flora Raunig, Christopher Rohr, Denizcan Toprak, Linda Vlazny, Theodor Vlazny, Carolin Wotschke

Hospitanz: Katharina Zoffmann
Bühne: Caroline Wiltschek
Musik: Isabella Happenhofer
Licht: Hannes Röbisch

Wann & wo?
Bis 5. Mai 2018
Dschungel Wien, 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 07-20
www.dschungelwien.at

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