Kiku
28.09.2018

Die Fantasie lässt alle abheben

„Fliegen lernen“: Performance mit Live-Musik im Dschungel Wien angeregt vom gleichnamigen Bilderbuch.

Fliegen steht wohl für DEN ewigen Wunschtraum der Menschheit, etwas können zu wollen, was uns die Natur nicht erlaubt. Im Gegensatz zu Vögeln. Halt, auch da können’s nicht alle, etwa Hühner, Kiwis oder Pinguine. Rund um einen Angehörigen der zuletzt genannten Art, der das wirklich, wirklich will und vielleicht sogar kann (?!), hat sich Sebastian Meschenmoser vor rund eineinhalb Jahrzehnten ein Bilderbuch ausgedacht – und gezeichnet. Ohne es nachzuspielen, aber davon angeregt, die Grundstimmung aufnehmend, ist „Fliegen lernen“ nun im Dschungel Wien zu erleben (ab 5 Jahren).

Die beiden Gruppen LottaLeben & theater.nuu spielen inmitten einer Kulisse, die an eine kleine, heimelige, sehr angeräumte Wohnung erinnern: Ein Hochbett mit vielen Matratzen, ein Wäscheständer, auf und unter dem so alles Mögliche herumkugelt, ein Kühlschrank mit einem Keyboard und knallbunten Trinkflaschen drauf. Die beiden Performerinnen, die auch das Stück entwickelt haben, Leni Plöchl (Erzählerin), Emmy Steiner (Pinguin), haben sich Verstärkung und Untermalung durch Livemusik der Gruppe „Fräulein Hona“ geholt (Regie: Laura Nöbauer, Sarah Gaderer).

Alles beginnt mit dem Absturz des Pinguins. Der landet nach einem missglückten Flugversuch mehr oder minder vor den Füßen – im Buch des Grafikers und Autors, im Stück der Erzählerin. Etwas mehr als 50 Minuten dreht sich das Spiel nun darum, (wieder?) fliegen zu lernen. Ein (Sylvester-)Raketenrucksack, ein Flugdrache, ein Kostüm, das an einen Heißluftballon erinnert werden als Hilfsmittel eingesetzt. „Da wird er nur dick“, ist bei der Aufführung, die der Kinder-KURIER sah, die Reaktion einiger junger Besucher_innen auf das aufgeblähte Kleid über dem Ventilator.

All diese Versuche sowie jene durch viele körperliches Konditions- und Sprung-Training scheitern charmant, nie auch nur so, dass Schadenfreude aufkäme. Das gilt auch für das Experimentieren mit verlängerten Flügeln – mit Hilfe zweier Kinder aus dem Publikum. Ob der Pinguin nicht doch letztendlich abhebt? Alles von diesem schönen Spiel um Willen und vor allem Fantasie, die es ja ist, die Flügel verleiht, sei jetzt aber nicht verraten.

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Infos: Was? Wer? Wann? Wo?

Fliegen lernen
LottaLeben & theater.nuu
Performance mit Live-Musik
Inspiriert vom gleichnamigen Bilderbuch von Sebastian Meschenmoser
50 Minuten, ab 5 J.

Regie: Laura Nöbauer, Sarah Gaderer
Performance, Stückentwicklung: Leni Plöchl, Emmy Steiner (Pinguin)
Musik: Fräulein Hona
Bühne: Laura-Lee Röckendorfer

Blick von außen: Gina Battistich
Choreografische Beratung: Martina Rösler

Wann & wo?
Bis 30. September 2018 und
9. bis 14. November 2018

Dschungel Wien, 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
www.dschungelwien.at

www.lottaleben.at

www.theaternuu.at

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