Helge Lorenz, Ober-Checker von Spartan Race in Österreich

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Kiku
05/12/2019

Das Faszinierende ist, Hindernisse zu überwinden

Gespräch mit Helge Lorenz, Chef des Organisationskomitees vom Spartan Race in Österreich.

von Heinz Wagner

Seit wann gibt es Spartan Race in Österreich?
Seit 2015, mittlerweile gibt es drei in Österreich: Im Jänner in Kaprun das Winter Spartan Race, dann als Saisonauftakt das in St. Pölten und dann als Saison-Abschluss in der zweiten Septemberhälfte in Oberndorf in Tirol noch einen Event mit fast 10.000 Teilnehmern.

Die Hindernisse sind ähnlich?
Die Marke Spartan ist verbunden mit ganz genauen Vorgaben, welche Hindernisse für welche Distanz erlaubt sind. Und die sind dann weltweit einheitlich genormt.

Gibt es Trainings, wo die Teilnehmer_innen die Hindernisse studieren?
Grundsätzlich ist es so, dass der Spartaner ja nicht wusste, was auf ihn zukommt, deshalb ist es nicht wichtig zu wissen, welche Hindernisse da kommen, sondern man muss für alles vorbereitet sein, das heißt man muss Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Spaß habe, um bei uns an den Start zu gehen.

Das heißt, Spaß ist - trotz aller Anstrengungen - ein wichtiges Motiv für diese Veranstaltungen?
Absolut. Wir haben einerseits Elite- und Age-Groups, die um ihre Altersklassen-Siege kämpfen, aber 90 Prozent der Teilnehmer sind im Open Heat und da darf man sich auch gegenseitig über Hindernisse helfen und in der Masse den Spartan Race bewältigen.

Es geht also nicht um den Sieg, sondern darum, den Parcours zu bewältigen?
Das ist das Faszinierende. Ich selbst komm aus dem Triathlon-Bereich. Beim Spartan-Race geht es um das Bewältigen der Hindernisse. Der Lauf dazwischen ist eigentlich nur die Vorbereitung zum nächsten Hindernis zu kommen. Man weiß, wenn man das Hindernis nicht bewältigt, muss man 30 Burpees machen. Da verliert man viel mehr Zeit als man beim Laufen gewinnen kann.

Was sind Burpees?
Das ist ein Liegestütz und ein Strecksprung. Beim Kinderrennen haben wir Hampelmänner.

Hinter so einer Veranstaltung dürften sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stecken. Wie viele Tage müssen wie viele Leute vorbereiten, damit so ein Lauf stattfinden kann?
Grundsätzlich sind die Veranstaltungen ein Ganz-Jahres-projekt. Hier in St. Pölten sind wir seit acht Tagen und werden dann noch drei Tage für den Abbau brauchen. Ca. 50 Mitarbeiter sind in der Vorbereitung hier in St. Pölten beim Aufbau involviert und dann haben wir pro Wettkampftag 250 freiwillige Helfer, die uns hier aus der Region unterstützen und dabei sind.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer sind selber Spartan Racer oder kommen aus welchem Umfeld?
Es gibt zwei Gruppen, einerseits diejenigen Helferinnen und Helfer, die, wenn sie einen Tag helfen, dafür einen Gratis-Startplatz bekommen oder die ihre Angehörigen betreuen und auch einen lustigen Tag haben wollen und zum Beispiel an einem Hindernis Kontrollor sind.

Die Kids Races gab es in Österreich gleich von Anfang an oder sind die später dazugekommen?
Wir haben ganz klein angefangen schon mit dem ersten Rennen in Oberndorf, da haben wir so 150 Kinder gehabt. Mittlerweile haben wir 500 bis 700 Kinder pro Veranstaltung.

Wir haben gesehen, dass viele Kinder Spaß haben, aber doch auch Eltern, die - früher hat man Eislaufmütter gesagt, die ihre Kinder eher über den Parcours treiben wollen?
Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, dass jedes Kind eine Finisher-Medaille und Shirt bekommt und dass es keine Zeitnehmung gibt und dass Spaß im Vordergrund stehen soll. Und wenn man in einer Gruppe als Erster ins Ziel rennt, gibt’s keinen besonderen Preis dafür.