Krähe - einmal bunt, einmal schwarz

© Theater Bredouille

Kiku
01/15/2020

Als die Krähen noch bunt waren und singen konnten

„Die Regenbogenkrähe“: Schau- und Schattenspiel von „Theater Bredouille“ nach einer Legende der Lenape aus Nordamerika im Wiener WuK.

von Heinz Wagner

Warum sind Krähen abschreckend, können nicht singen, sondern nur eher furchteinflößend krächzen? Nun, eine Geschichte, wie es dazu kommen hätte können, spielt die steirische Theatergruppe „Bredouille“ – derzeit als Gastspiel im Wiener WuK (Werkstätten- und Kulturhaus).

Legende amerikanischer Ureinwohner

Die Gruppe nahm Anleihe bei einer Legende der Lenape, eines indigenen Volkes in Nordamerika. Heute leben rund 13.000 Angehörige dieses „Indianerstammes“ über sieben US-Bundesstaaten und Teile Kanadas verstreut. Anfangs, so erzählt die Geschichte von der „Regenbogenkrähe“, sei es auf der Welt immer warm und sonnig gewesen. Eines Tages begann es zu schneien. Übrigens: Kurioserweise begannen ausgerechnet am Vormittag der Wien-Premiere in Wien Schneeflocken vom Himmel zu schweben.

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Schau- und Schattenspiel

Eva Palvölgyi und Barbara Wackerle, die sich das Stück ausgedacht und inszeniert haben, spielen die Krähe und einen Kojoten, die einander – und natürlich dem Publikum - die Geschichte erzählen teils als Schauspielerinnen mit ein wenig Verkleidung und über weite Strecken als Schattenspiel hinter einer weißen durchscheinenden Leinwand. So lassen sich auch Schildkröte, Elch, Eichhörnchen, Maus und die wachsende Schneedecke recht leicht in Bilder „zaubern“.

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Aufgeopfert

Die meisten Tiere hatten mit dem Kälteeinbruch und der rutschigen Masse ziemliche Probleme. Die Tiere versammelten sich bei der weisen Eule. Und beschlossen: Eines von ihnen muss zu Kijiamuh Ka’ong fliegen. Dieses geheimnisvolle Wesen sozusagen am Ende der Welt erschafft mit eigenen Gedanken die Realität, also auch Kälte und Schnee. Jedes Tier wollte die Aufgabe übernehmen, bei den meisten aber gab es Bedenken – zu langsam wie bei der Schildkröte oder andere Probleme. Letztlich war’s die – damals noch bunte und wunderbar singende – Regenbogenkrähe.

Hilfe

Der große Geist wollte zwar nicht die Jahreszeiten wieder abschaffen, aber gab dem Vogel ein Hilfsmittel gegen’s Frieren mit: Feuer – in Form eines brennenden Stocks. So schnell die Krähe auch flog, einige Federn wurden angesengt, die anderen vom Ruß des Feuers geschwärzt und die Stimme verraucht.

Allerdings konnten sich die Tiere wärmen, außerdem schmolz der Schnee und Frühling zog ins Land. Die Krähe wurde getröstet, dass sie, weil sie nicht mehr so schön aussah von den später auf die Erde kommenden Menschen dann nicht verzehrt oder auch nur in Käfige gesperrt würde.

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Die Regenbogenkrähe
Nach einer Legende der Lenape aus Nordamerika, erzählt mit Licht und Schatten.
Theater Bredouille
Ab 4 J., ¾ Stunde

Spiel, Ausstattung, Text und Regie: Eva Palvölgyi und Barbara Wackerle
Musik: Barbara Wackerle
Endregie: Elfi Scharf

Wann & wo?
Bis 18. Jänner 2020
WuK (Werkstätten- und Kulturhaus): 1090, Währingerstraße 59
Telefon: (01) 401 21-0
kinderkultur@wuk.at

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