Vitamin D: Es geht um die richtige Menge
Zusammenfassung
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Eine Story hat in den vergangenen Tagen besonders viele interessiert: Vitamin-D. Der Verein für Konsumenteninformation ließ aufhorchen, als er bekanntgab, dass viele Präparate überdosiert seien, was "bei dauerhafter Einnahme potenziell gesundheitsschädigend" wäre. Es könne im schlimmsten Fall zu Nierenschäden kommen.
Tatsächlich handelt es sich bei Vitamin D um mehr als ein "nettes Extra" im Nahrungsergänzungsmittelregal. Es ist ein hormonähnlicher Nährstoff, den der Körper zur Aufnahme von Kalzium und Phosphat braucht, die wiederum Grundbausteine für stabile Knochen, starke Muskeln und ein in Schuss gehaltenes Immunsystem sind. Zugleich spielt Vitamin D eine Rolle bei Entzündungsprozessen, der Stimmung und der Kommunikation der Zellen untereinander. Dass wir im Winter die Sonne so selten sehen, macht das Thema derzeit so relevant. Ohne ausreichend UVB-Strahlen auf unserer Haut sinkt die körpereigene Produktion drastisch, und die Ernährung kann nur einen Teil davon kompensieren. Eine Einnahme in Pillenform scheint da für viele die Lösung zu sein.
Die Gefahr der Selbstmedikation
Doch ist Vorsicht geboten. Vitamin D ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert. Zu viel davon kann nicht einfach ausgeschieden werden, und eine chronisch hohe Zufuhr droht in einem zu hohen Kalziumspiegel zu enden. Da wird einem dann oft übel, man hat keinen Appetit, fühlt sich schwach. Die Nieren werden angegriffen, Gefäße auch. Deshalb gibt es Grenzen, die die Forschung festgeschrieben hat, für bestimmte Gruppen wie chronisch Kranke, adipöse Personen oder auch Ältere weichen diese etwas von der Grundempfehlung ab. Es gilt also auch in diesem Bereich: Vorher ärztlichen Rat einholen, keine Selbstmedikation walten lassen.
Welche Lebensmittel Vitamin D bunkern
Auch wenn es in überschaubaren Mengen ist, findet sich Vitamin D in bestimmten Zutaten, etwa in Fischen wie Lachs, Makrelen oder Sardinen. Auch in Pilzen und im Eiweiß kommt es vor. Ein kleines Stück kann man sich damit also "anessen", der genaue Status lässt sich aber nur in einem Bluttest erheben - dieser gibt Aufschluss darüber, ob Mangel, Norm oder Überversorgung gegeben ist.
Ein Mehr ist also nicht immer ein Besser. Es braucht eine kluge Haltung: Sonnenlicht, wenn möglich. Ernährung, so gut es geht. Supplements, wenn nötig - aber dosiert, zeitlich begrenzt und begleitet von der Analyse der Laborwerte. Der Körper ist kein Akku, den man über Nacht wieder auf 100 Prozent auflädt, sondern ein fein abgestimmtes System, das auf Balance reagiert. Wer das versteht, schützt nicht nur seine Knochen sondern auch seine Selbstfürsorge. Und die ist mindestens genauso wichtig.
Ihre Marlene Auer
marlene.auer@kurier.at