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Was die Waage verschweigt

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Ein Apfel mit einem Pflaster und einem Wurm, daneben der Schriftzug „Leben“.

Zusammenfassung

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Der BMI im grünen Bereich und ein Okay bei der Vorsorge - für viele ist es damit erledigt. Aber genau hier beginnt ein Denkfehler, dem viele aufsitzen. Denn Übergewicht wird oft mit dem Herzen verbunden, mit den Gelenken und dem Blutdruck - aber an Krebs denkt kaum jemand. Dabei führt die WHO Übergewicht inzwischen als Ursache für 13 verschiedene Krebsarten an, auf Europa-Ebene gehen Schätzungen von mindestens 200.000 neuen Fällen pro Jahr aus, die auf Adipositas zurückgehen. 

Das Risiko beginnt aber viel früher, als die meisten glauben. Eine Studie aus Großbritannien mit mehr als 450.000 Menschen zeigt: Schon ein nur leicht erhöhtes Gewicht plus etwas zu viel Bauchumfang erhöht das Risiko für elf Krebsarten. Der Treiber nennt sich „viszerales Fett“, das ist das Fett um die inneren Organe. Es ist hormonell aktiv, hält den Körper in einer stillen Dauerentzündung und ist im Spiegel nicht zwingend zu sehen. 

Genau hier liegt das eigentliche Problem mit dem BMI, das von vielen Experten immer lauter thematisiert wird. Er misst Gewicht im Verhältnis zur Größe, aber mehr nicht. Wo das Fett sitzt, sagt er nicht. Die Österreichische Adipositas Gesellschaft hält selbst fest, dass eine rein BMI-basierte Bewertung das Gesundheitsrisiko unter- wie auch überschätzen kann, und empfiehlt, Umfang der Taille und Körperfett ebenso heranzuziehen. Die grüne Zone auf der Waage kann als eine falsche Sicherheit sein. 

Die Lösung? Die Abnehmspritze, möchte man meinen. Doch eine heuer auf einem Endokrinologie-Kongress vorgestellte Untersuchung hat einen Haken offengelegt: Unter den neuen Präparaten sank die tägliche Schrittzahl, das Gewicht geht zwar runter, aber die Bewegung auch. Eine Spritze senkt eine Zahl auf der Waage, aber ob sie den Körper gesünder macht, entscheidet sich im Lebensstil.

Ihre Marlene Auer
marlene.auer@kurier.at