Geschichte einer Nobelherberge

In "Das Adlon" auf ORF 2 (Sonntag, 20.15 Uhr) wird die Geschichte des gleichnamigen Berliner Hotels erzählt.
Eine Frau in einem silbernen Kleid wird auf dem roten Teppich von einem Strauß gezogen, während Fotografen Fotos machen.

Er könne sich, sagt Heino Ferch, vor allem an die großartige Big Band des Adlon erinnern. 1997 war das. Und der Anlass die Premiere der „Comedian Harmonists“, ein Kinofilm, in dem Ferch eine der Hauptrollen spielte.

1997 hatte das Adlon schon drei politische Systeme überdauert. Die Kaiserzeit, die Nazis, die DDR. Es lag, wie das ganze Land, in Trümmern. Und wurde doch von der Ruine wieder zur Nobelherberge aufgebaut.

Produzent Oliver Berben und Regisseur Uli Edel setzen dem Hotel in einem TV-Dreiteiler (6., 7., 9. Jänner, 20.15, ORF 2) nun ein filmisches Denkmal. Am 7. Jänner im Kulturmontag: Die Doku „Adlon verpflichtet“ von Dagmar Wittmers.

Ein Mann und eine Frau reiten auf Pferden durch eine Wiese.

Eine Frau in schwarzer Kleidung rudert auf einem See.

Eine Frau im Bett nimmt ihr neugeborenes Baby von einer älteren Frau entgegen.

Eine Gruppe Hotelangestellte in Uniformen und ein Mann in Militäruniform stehen in einem eleganten Raum.

Zwei elegant gekleidete Frauen stehen vor einer verzierten Tür.

Eine Frau hält ein Baby im Arm, während eine weitere Frau im Dienst daneben sitzt.

Eine Frau mit Hut und ein Hotelangestellter in blauer Uniform stehen nebeneinander.

Ein Paar in historischer Kleidung posiert auf einer Wiese.

Zwei Frauen betrachten lächelnd ein Foto, das mit einer alten Plattenkamera aufgenommen wurde.

Eine Pferdekutsche vor dem „Hotel Alton Bar“ mit mehreren Personen in historischer Kleidung.

Eine Frau im weißen Kleid steht im Grünen und hält ein Glas in die Höhe.

Zwei Frauen schwimmen in einem See und schauen einander an.

Ein Mann im Anzug und eine Frau im Abendkleid posieren in einem eleganten Saal.

Ein Mann mit Schnurrbart in einem dunklen Anzug und weißem Hemd.

Eine Frau in einem silbernen Kleid wird auf dem roten Teppich von einem Strauß gezogen, während Fotografen Fotos machen.

Eine Tänzerin in einem Federkostüm hält zwei Federfächer in den Händen.

Ein Mann mit Schnurrbart telefoniert mit einem altmodischen Telefon in einem eleganten Gebäude.

Ein Mann in Uniform mit Abzeichen blickt ernst in die Kamera.

Zwei Personen, eine in Damenkleidung, stehen in einem eleganten Raum mit Kerzenleuchter.

Eine Frau wird vor Hakenkreuzbannern von einem Mann geehrt.

Soldaten kämpfen inmitten von Feuer und Zerstörung in einer städtischen Umgebung.

Eine Frau steht auf einer Leiter vor dem Hotel Adlon in Berlin.

Ein elegant gekleidetes Paar posiert vor einem Weinregal.

Gefangene in gestreiften Anzügen räumen Trümmer unter Aufsicht von Soldaten weg.

Eine Frau in einem Hut checkt in einem eleganten Hotel ein.

Eine Frau steht vor dem Schild eines Hotels oder Restaurants in der Wilhelmstraße 70.

Ein elegant gekleidetes Paar steht vor einer zerstörten Stadtkulisse.

Ein Mann in Anzugweste steht mit erhobenen Händen inmitten einer Gruppe von Menschen.

Zwei Frauen schütteln sich die Hände vor einem Hotel, während ein Hotelpage die Tür eines Autos öffnet.

Eine Frau in Mantel und Hut steht inmitten von Trümmern neben einer Elefantenskulptur.

Soldaten helfen Zivilisten, von einem Lastwagen zu steigen.

Eine weinende Frau wird von einem Dienstmädchen vor einem Haus getröstet.

Eine Frau und ein Mann stehen in einem Tonstudio mit Schallplatten im Hintergrund.

„Das Adlon. Eine Familiensaga“ verbindet die reale Geschichte der Familie Adlon über vier Generationen mit der fiktiven Figur Sonja Schadt, der Tochter eines Hausangestellten. Sie ist es, die die große güldene Welt oben mit der der kleinen Leute unten verbindet. Ihr Leben ist aus Briefen von Angestellten, die das Adlon in seinem Archiv aufbewahrt, gespeist, um es so authentisch wie möglich zu erzählen.

„Unser Projekt ist viel mehr als ein Hotelfilm“, so Oliver Berben. „Das Adlon ist ein Zeitzeuge. Es erzählt eine Vielzahl von Geschichten und hütet unzählige Geheimnisse. Bei einem so altehrwürdigen Haus einmal durch das Schlüsselloch zu spähen, all die Komödien und Tragödien zu erforschen, die sich darin abspielten, war für mich das Spannendste an der Arbeit.“
Die nicht weniger als drei Jahre dauerte.

Regisseur Percy Adlon („Zuckerbaby“, „Out of Rosenheim“, „Mahler auf der Couch“), ein unehelicher Hoteliers-Spross, der 1996 mit dem TV-Film „In der glanzvollen Welt des Hotel Adlon“ selbst schon einmal dessen Geschichte aufarbeitete, stand dem Team als Konsulent zur Seite. Ferch, der Louis Adlon spielt: „Über Percy Adlons Film habe ich mich dem Thema angenähert. Außerdem habe ich das Buch ,meiner‘ Frau Hedda, die von Marie Bäumer verkörpert wird, gelesen. Sie schildert die Geschehnisse aus ihrer Sicht und weiß viele Fakten.“

Stars und Kostüme

103 Rollen wurden für das Fernsehspektakel gecastet. Neben Ferch und Bäumer unter anderem Rosemarie Fendel, Burghart Klaußner, Thomas Thieme, Sunnyi Melles, Wotan Wilke Möhring und Jürgen Vogel. Viele Figuren sieht man im Wandel der Jahrzehnte – weshalb Vogel auf die Frage, was das Anstrengendste am Dreh war, auch stöhnte: „Die Maske!“

Eine Gruppe Hotelangestellte in Uniformen und ein Mann in Militäruniform stehen in einem eleganten Raum.
Lorenz Adlon (Burghart Klaußner, r.) zeigt Kaiser Wilhelm II (Michael Schenk, l.) stolz sein Personal
„Ich hatte mindestens fünf Perücken und maßgeschneiderte Silikonteile, um im Laufe der Zeit 70 Jahre alt zu werden“, lacht Ferch. Marie Bäumer erzählt: „Ich habe mir einen Gürtel aus Gardinenblei nähen lassen, um gebeugter zu gehen.“

Dafür durfte sie als junge Hedda ausgiebig reiten. Das tut sie nämlich gern. Hat schließlich auch der um ihre Sicherheit besorgte Produzent eingesehen.

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