Putins Spiele mit Ironie zum Abschluss
Jetzt sollen Putins Spiele auch noch sympathisch sein?
über die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele
Es ist nur ein kleines Detail. Eine Fußnote am Rande der Olympischen Winterspiele in Sotschi: Aber Russland hat bei der gestrigen Abschlussfeier tatsächlich Sinn für Ironie bewiesen.
Die Ringe sind nämlichwieder nicht aufgegangen.Diesmal mit Absicht. Bei der Eröffnungsfeier hatte der technische Defekt, der dazu führte, dass nur vier der fünf olympischen Ringe zu sehen waren, ja noch für hämische Kommentare gesorgt. Der Zwischenfall reihte sich perfekt in das Bild der "Pannenspiele" - man erinnere sich auch an die versammelten Sport-Journalisten, die auf TwitterBilder von ihren maroden Unterkünftenzwitscherten.
Bei der gestrigen Abschlussfeier machten die Verantwortlichen die peinliche Not dann zur echten Tugend und zitierten das Missgeschick in der Abschiedschoreographie. Für einen kurzen Moment schien es wieder so, als würde der fünfte Ring wieder nicht aufgehen.
Nachdem bei den zunächst viel-kritisierten Spielen nach zwei Wochen längst die sportlichen Leistungen der (unserer) Athleten in den Vordergrund gerückt waren, jetzt also auch noch das? War da wirklich ein kleiner Akt der Selbstironie zu sehen?
Nervig genug, dass bei all den (eh mühsamen) Siegerinterviews die Kritik an den politischen Zuständen in Russland komplett vergessen ging, jetzt sollen Putins Spiele auch noch sympathisch sein?
Wie gesagt, es ist nur ein kleines Detail; ein Wink an die sozialen Medien, wo die Einlage gerade die Runde macht; höchstens eine Anekdote also. Aber, ich will es gerne zugeben, doch durchaus sympathisch.
Und was haben Sie gestern Abend gesehen?Schimpfen, diskutieren und loben Sie in unserem Forum mit.
Kommentare