"New Angels": Moderne Kulisse, unaufgeregtes Spiel

"New Angels" im MuTh: Ein spannendes Konzept, das nicht recht aufgehen wollte.
Auf einer Bühne ist eine Teufel-Silhouette vor einer projizierten Feuersbrunst zu sehen.

Ein Mann im Todestrakt zieht ein bedrückendes Lebensresümee – rund um Liebe, Mord und eine schwarze Katze. Das Stück „New Angels“, am vergangenen Wochenende im Sängerknaben-Konzertsaal MuTh in Wien zu sehen, glänzte vor allem durch das Schließen einer ästhetischen Lücke im Musiktheater: Opern werden zwar technisch hoch aufwendig, aber zumeist am technologischen Stand des 19. Jahrhunderts gezeigt. Angemalte, verschiebbare Wände stehen für ganze Welten. Das ist im Zeitalter von Film und Computergrafik nicht mehr selbstverständlich. Im MuTh nun war Oper so zu sehen, wie sie aussehen würde, wäre sie heute erfunden worden: Filmemacher Virgil Widrich, der mit Martin Haselböck und Frank Hoffmann das Konzept kreierte, bespielt Leinwände mit Computergrafikkulissen, die auf die Handlung reagieren. Sie zeigen mal Feuersbrunst, mal Gartenidylle. Das ist im Timing nicht immer reibungslos, aber ein hoch zeitgemäßes, spannendes Konzept.

Szenenfotos des Stückes

Ein Mann sitzt auf einer Bühne vor einer Projektion mit einem Kreuz.

Szene aus einem Theaterstück mit einem Mann am Tisch und mehreren dunklen Gestalten.

Eine Bühnenszene mit Silhouetten von Personen vor Landschaftsprojektionen.

Auf einer Theaterbühne tanzt ein Paar vor einem Bett, während ein Mann am Tisch sitzt.

Ein Mann sitzt an einem gedeckten Tisch vor einer Projektion mit blühenden Bäumen auf einer Theaterbühne.

Ein Mann sitzt an einem Tisch in einem dunklen Raum mit einem vergitterten Fenster.

Zwei Tänzer interagieren vor einer Bühnenprojektion von brennenden Gemälden und einer Uhr.

Auf einer dunklen Bühne stehen zwei Personen vor einem hell erleuchteten Fenster, während eine dritte Person am Boden liegt.

Dem es am Umfeld fehlte: Bach wird mit zeitgenössischen Klängen konfrontiert, aber von der Wiener Akademie nicht übermäßig aufregend gespielt. Hauptdarsteller James Oxley trägt nicht den ganzen Abend. Und Tänzer, die sich minutenlang als erotisierte Katzen rekeln – das kann nicht funktionieren.

KURIER-Wertung: *** von *****

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