Weißwurst: Zuzeln oder schälen

Kulinarisches Wahrzeichen der Bayern: Zum Start des Oktoberfestes in München gedenken wir der Weißwurst.

Die Wurstwurst ist ein bayerisches Urviech

Sie taucht auf, wo es herzhaft und deftig zugeht. Zum Beispiel am Münchner Oktoberfest, das am 17.September eröffnet wird.

Dort trifft die Weißwurst ihre besten Freunde: den süßen Senf, die Brez'n und das Weißbier. 

Davon gleich mehr. Wie man die Wurst isst

Der Weißwurstesser hat mehrere Möglichkeiten, die zum Verzehr der Wurst führen. Klassische Methode ist die mit Messer und Gabel. Also schneidet er die Wurst an der Haut leicht ein, ritzt einen Schnitt der Länge nach, teilt die Wurst und schält das Innere aus dem Kunstdarm. Soviel zur Schneide-Methode. Die Bananen-Methode beschreibt das Essen der Weißwurst wie eine Banane, die von Bissen zu Bissen geschält wird. Man hält die Wurst also in der Rechten, schält mit der linken Hand und isst. Nun also die Zuzel-Methode, die man nur außerhalb Bayerns erklären muss. Zuzeln Sie schon oder schälen Sie noch?

Alles hat ein Ende, heißt es, nur die Wurst hat zwei. An einem dieser beiden Ende wird der Wurst eine kleine Verletzung zugefügt, ein Loch. Durch dieses Loch zuzelt der Zuzler den Inhalt der Weißwurst. Mit der Hand hilft er nach und drückt wie bei einer Zahnpastatube den würzigen Inhalt der Wursttube in den Mund. Zwischendurch zuzelt er aus der Senftube den süßen Senf. Wobei: der wirklich gute Senf, den gibt es nicht in der Tube, sondern im Glas. Womit wir beim Thema sind.

Im Bild: Weißwurst zuzeln oder Tuba blasen, eines von beiden sollte der gestandene Bayer können. Die meisten entscheiden sich fürs Zuzeln. Über Senf lässt sich nicht streiten

Leider ist die Konkurrenz der süßen Senfe, die um die Gunst der Weißwurst buhlen, nicht wirklich einer. Eine Senfmarke hat sich ganz nach vorne gespielt. Sie wird in Münchens besten Kreisen herumgereicht, wenn die Weißwürste serviert werden. Man wird uns nicht der Reklame bezichtigen, wenn wir jetzt sagen, dass es sich dabei um Händlmayersenf handelt. Ein Bier zu mir

Wenn es „O’zapft ist“ heißt in München, ist das für die Besucher des Oktoberfestes die direkt ausgesprochene Einladung ins Nirvana. Das eigens gebraute Wies’nbier hat mehr Stammwürze und auch mehr Alkohol. Wabernde und taumelige Bierzeltatmosphäre darf man sich auf der Wies’n dennoch nicht erwarten. Die Münchner achten sehr darauf, dass das Oktoberfest nicht zur deutschen Variante des Ballermanns wird. Die Musi

Zur Weißwurst hört man Volksmusik. Am besten passt Blasmusik. Die Musik bringt die Wurstmoleküle in Schwingung. Die Wurst wird noch weicher und schmeckt richtig gut. Hören Sie hingegen Hansi Hinterseer oder Robbie Williams zur Weißwurst, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn diese hart und sauer wird.
(KURIER.at / hs, Alexander Rabl) Erstellt am
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