Slow Food Wiener Schnecke

Für ihr Wesen ungewöhnlich schnell ist die Wiener Schnecke zum Liebling der Gourmets geworden. Diese Woche findet das Schneckenfestival statt: Toprestaurants von Lech bis Wien.

Ein Fest für die Wiener Schnecke

„Wiener Schnecke“ und der online Restaurantführer DiningCity.com veranstalten vom 19. bis 25. September wieder das Schneckenfestival. Nach dem großen Erfolg im September 2010 mit insgesamt 90 Hauben steht das diesjährige Schneckenfestival ganz im Zeichen von Slow-Food. Jeder Koch lässt sich bei diesem Gourmetevent eine ganz besondere kulinarische Interpretation einfallen. Die Gäste haben anschließend die Möglichkeit, über DiningCity.com das beste Schneckengericht zu wählen.  

Im Bild: Schneckenkreation im Le Loft Wiener Weinbergschnecken haben eine einschlägige Tradition, die bis ins Mittelalter reicht. Aber auch die Römer in Carnuntum schätzten sie sehr. In Wien verzehrte man Schnecken besonders gerne gekocht, in Knoblauchbutter geschwenkt, in Bierteig getaucht und in heißem Schweineschmalz schwimmend herausgebacken.

Im Bild: Schneckengericht mit Spitzpaprika und Spitzkraut von Heinz Reitbauer im Steirereck im Stadtpark. Aufgrund dieser Tradition und der nachhaltigen Zucht werden die Wiener Weinbergschnecken als Arche-Produkt aufgenommen. Hiermit wird Qualitätsprodukten aus traditionellem Lebensmittelhandwerk, aus alten Kulturpflanzensorten und gefährdeten Nutztierarten wieder ein Platz am Markt gesichert. Mit diesem Schneckenfestival soll die regionale Vielfalt aber auch unser kulinarisches Erbe unterstützt werden. 

Im Bild: Schnecken mit Kalbscarpaccio im Restaurant Ellas Andreas Gugumuck von Wiener Schnecke beliefert die Spitzengastronomie des Landes mit regional gezüchteten Weinbergschnecken. Seinen 400 Jahre alten Bauernhof in Rothneusiedl im Süden Wiens hat er dafür in eine Schneckenfarm umgewandelt. Seine Schnecken ernähren sich in seiner Freilandhaltung von den dort biologisch angebauten Sonnenblumen, Mangold, Raps und vielen Kräutern wie Thymian und Fenchel. Zu seinen ganz besonderen Spezialitäten zählen darüber hinaus noch Schneckenkaviar und Schneckenleber. 

Im Bild: Schnecke mit Blunze und Knoblaucherdäpfelpürée im Theatercafé. Wie vielfältig sich das Slow Food Weinbergschnecke einsetzen läßt, sieht und schmeckt man an den Einfällen von österreichischen Topköchen, die der Schnecke in der Woche von 19. bis 26. September die Ehre erweisen.


Im Bild: Schnecken-Kreation in der Post in Lech. Die bewährte Kombination Schnecken plus Kräuter plus Knoblauch plus crispy Gebackenem wird dabei immer wieder variiert. Schnecken im Backteig, Schnecken frittiert, Schnecken gebacken. Alles gibt es da und dort.


Im Bild: Schneckengericht im Motto am Fluß. Manche Kreationen sind näher an der Schnecke, andere mehr Freestyle. 



Im Bild:Duett von Schnecke mit Saibling und Bouillabaisse-Sud von Silvio Nickol im Palais Coburg. Auch Olivenöl nach der Veronelli-Methode (reinsortig und entkernt) macht sich hervorragend mit Schnecke. Zu verkosten am Do, 22. September, im Restaurant Vincent.


Im Bild: Schneckenkreation  "Surf and Earth" mit Austernemulsion, Kapern, Artischoken und Silber im Restaurant Vincent, verfeinert mit Veronelli-Öl. "Schlüpfrige Scheißerchen" nannte sie Julia Roberts etwas abschätzig in dem 90er-Jahre-Kino-Hit "Pretty Woman". Was die Wiener Schnecken ihr wohl erwidern würden, wenn sie sprechen könnten?

Im Bild: Schnecken nach provencalischer Art im Le Loft Manche erinnern sich vielleicht noch: Schnecken gab es in den Siebzigern in einer urigen Pfanne mit sechs Löchern, im Ofen überbacken mit deftiger Kräuter-Knoblauchbutter. Gute Gelegenheit, nachher gleich einen doppelten Brandy zu ordern.

Im Bild: Andreas Krainer im Hotel Krainer in Langenwang serviert die Wiener Schnecke auf steirische Art - mit Kürbis, what else? In Frankreich waren Schnecken früher der Inbegriff des guten und gutbürgerlichen Essens. Vielleicht ein Klischée, aber ein schönes.



Im Bild: Jaqueline Pfeiffer serviert Schnecken im Backteig, kombiniert mit Zwiebel und einer Scheibe Wels. Für den frankophoben Wiener galt die Schnecke daher vor kurzem als igitt, weil verbunden mit dem französischen Hang zu Dekadenz und einer Sprache, die er nicht verstand. Unglaublich, wie schnell die Wiener auf den Geschmack der Schnecke gekommen sind. Übrigens ein linienfreundliches und preisgünstiges Essen - sofern man die Kräuterbutter weglässt.

Im Bild: Schneckenkreation mit Sellerie und Gemüse im Marktachtel. Und noch etwas: Weinbergschnecken heißen nicht zufällig so. Sie passen hervorragend auch und gerade zu den Weinen der jungen und nicht mehr ganz so jungen Winzer aus Wien. Ein Riesling vom Nußberg, ein gemischter Satz oder ein Neuburger - spazieren gemeinsam mit der Wiener Schnecke sehr bekömmlich den Gaumen hinunter.

Im Bild: Schnecken mal drei von René Ringsmuth.

Mehr erfahren Sie unter
www.wienerschnecke.at/Schneckenfestival2011
(KURIER.at / ar, kb) Erstellt am
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