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Genuss
07/13/2019

Sandra Pires im Ghisallo: Focaccia mit Fahrrad

Um ihren Gusto auf mediterrane Küche zu stillen, geht Sandra Pires ins Ghisallo – und verlässt es meist mit neuen Rad-Accessoires

von Anna-Maria Bauer

Die Madonna del Ghisallo: Von außen eine gewöhnliche Wallfahrtskapelle auf einer Anhöhe über dem italienischen Comer See. Im Inneren kommt man aus dem Staunen fast nicht heraus. Kaum ein Zentimeter ist nicht mit Rennrädern, Wimpeln, Urkunden oder Fotos bedeckt.

Etwas reduzierter, aber mit der gleichen Leidenschaft für Räder oder Italien, hat Livia Palffy ihr Lokal inder Schönbrunner Straße 97 in Wien Margareten eingerichtet – und es in Anspielung an das lombardische Rad-Mekka Ghisallo getauft.

Mit einer Haube

Seit Ende 2016 verbindet sie italienische Fahrradkultur mit gehobener mediterraner Küche.

Während die Gäste einerseits durch ein ausgewähltes Sortiment italienischer Radhosen oder Fahrradklingeln stöbern können, werden ihnen andererseits gegrillter Oktopus oder Miesmuscheln in Weißwein geboten. Gerichte mit einer Finesse, die dem Lokal vergangenes Jahr zu einer Haube verholfen haben.

Etwas anderes als das Mediterrane stand für Livia Palffy eigentlich nie zur Option: „Ich bin ein Kind der 70er-Jahre.“ Bei dieser Generation sei die Italienliebe in der DNA verankert: „Das erste Eis in Udine, der erste Urlaub, Parmaschinken, das gute Essen, dieses Lebensgefühl. Ich habe nur positive Assoziationen mit Italien.“

Ähnlich geht es jener Stammgästin, die soeben ihr Rad vor der Tür abgestellt und das Lokal betreten hat: Sandra Pires, die seit ihrem Coverhit „Here I am“ von Eros Ramazottis „Adesso Tu“ eine besondere Verbindung zu dem Land hat. Kennengelernt haben die Künstlerin und die Gastronomin einander vor einigen Jahren beim Gran Fondo Giro d’Italia in Wien.

Pfirsich, Prosciutto und Parmesan

In die Karte muss Sandra Pires längst nicht mehr schauen: „Ich liebe alles hier. Den Fisch mag ich besonders, der ist oben immer so schön knusprig. Vor allem die Zusammenstellung macht es aber aus. Diese überraschenden Kreationen.“

Diesmal wählt Pires zwei Vorspeisen, ein leichtes Mittagessen für den warmen Sommertag: das Focaccia mit hausgemachtem Pesto, Tomaten, Oliven, Parmesan und Prosciutto di Parma und gegrillte Pfirsiche mit Bresaola, Ziegenkäse und Rucola.

Fruchtig-pikant, diese Kombination lässt sich in den Speisen des Ghisallo immer wieder finden: So wird das Risotto mit Blauschimmelkäse, Nusspesto und gegrillter Birne serviert, das Branzinofilet von Zitronenpolenta begleitet und das Filetsteak im Lardomantel kommt mit Orangen-Thymian-Jus.

Ausgewählt

Dass die Karte mit vier Vorspeisen und acht Hauptspeisen eher klein gehalten ist, war eine bewusste Entscheidung, sagt Palffy: „Ich wollte wenige, dafür richtig gute Speisen.“ Auch für die richtige Kaffeemaschine hat sie lange gesucht und noch länger probiert, um die ideale Mischung zu finden. 

Verwendet wird – wie könnte es anders sein – eine Röstung der Triester Marke Hausbrandt.

Normalerweise stöbert Sandra Pires nach dem Essen noch ein wenig durch die Radabteilung. Diesmal hat sie dafür keine Zeit und so schwingt sie sich auf ihr Stadtrad. Sie muss dann noch ins niederösterreichische Winzendorf, wo sie bis 21. Juli als Wahrsagerin und Tante Inez im Musical Carmen zu sehen ist. 

Info

Ghisallo

Rennradkultur trifft Kulinarik. 1050 Wien, Schönbrunner Straße 97, ab 15.8. wieder mit regulären Zeiten: Di–Fr  11.30–14.30 Uhr und ab 18 Uhr,  Sa 10 –14 Uhr und ab 18 Uhr, Tel. 0677/612 95 880. Info gibt es hier.

Carmen in Winzendorf

Bis 21.7. ist Sandra Pires im Musical Carmen in der Doppelrolle Wahrsagerin und Tante Inez zu sehen. Info gibt es hier.