Nichts gegen Wiener Würstelstände, aber...

In Salzburg wird auf den Märkten die Kultur der so genannten Frischen gepflogen. Sehen Sie selbst, wie gut sie schmecken. Und wie schön sie sind!

Die so genannten Frischen sind eine Spezialität der Salzburger. Sie ähneln nur äußerlich ihren Kollegen aus München, den Weißwürschten. Doch ihr Brät ist ungleich vornehmer, denn besteht aus äußerst sanft gewürztem Kalbfleisch. Die Frischen gibt es auf den Salzburger Märkten und auch anderswo, bis sie aufgegessen sind. Denn auf Vorrat lassen sie sich nicht produzieren. Sonst wären sie ja auch keine Frischen. Logisch, oder? Dieser Herr fischt am Salzburger Residenzplatz Würstel aus dem heißen Wasser. Natürlich gibt es auch andere Sorten. Dazu natürlich ein wirklich gutes Bier und nicht die Wiener Standardmischung aus Ottakring. Snobs würden sagen: Champagner tut es auch. Wir sagen: geht nach Hause und trinkt ihn dort. Die Stimmung ist hervorragend an einem Vormittag auf den Salzburger Märkten. Liegt es an der Absenz von Hochnebel, an der guten Ware oder einfach am zweiten Bier an diesem Vormittag? Zum Würstel nimmt man frisches Gebäck, Schwarzbrot allerdings würde diesen Würsteln die Eleganz nehmen. Blick in die Vitrine. Wenn die Frischen verspeist sind, tröstet man sich mit Frankfurtern und Freunden. Es schmeckt. Scheint die Sonne in Salzburg am Ende nur für die Frischen und die, die sie essen? Wichtig übrigens: die Qualität des frisch geriebenen Krens. Auch das in Wien nur selten anzutreffen. Eine Stilfrage. Man unterhält sich. Vielleicht über die Frage, welcher Senf. Wobei es eigentlich klar ist, dass dieser süß sein muss. Und am Ende zieht man weiter und steht nicht stundenlang bei einer halb leer getrunkenen Tasse. Hier macht sich bereits Hektik breit. (Salzburg = amerikanischer Sektor früher, jetzt deutscher Sektor)
(KURIER.at) Erstellt am
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