Nachgekocht: Das perfekte Dinner

Nach Vorbild der TV-Kochdoku hat sich KURIER.at-Redakteurin Birgit Gehrke - eine mäßig erfahrene Köchin - an das Abenteuer gewagt, ein edles Abendessen für Vegetarier zu kochen.

Hiermit oute ich mich. Und zwar als Fan der VOX-Kochdoku "Das perfekte Dinner". Pünktlich um 19 Uhr sitze ich vor dem TV-Gerät und blicke in die Küchen fremder Menschen, die ihre (ebenfalls unbekannten) Gäste mit köstlichen Gerichten bewirten. Und denke mir seit Jahren: Das will ich auch. 
Nun habe ich es gewagt. Lesen Sie hier vom (fast) perfekten Dinner für Leute, die nicht besonders gut kochen können. Denn meine Spezialität ist das Backen, den Kochlöffel schwinge ich eher selten. Nichts desto trotz habe ich in meinen Kochbüchern nach einem richtigen Angebermenü gesucht, das trotzdem leicht nachzumachen ist. Die zusätzliche Schwierigkeit: meine Gäste sind Vegetarier. Doch dazu später, erst kümmert man sich, ganz wie im TV, um die Tischdeko. Auch den Schmuck zu finden ist nicht ganz einfach. Ein richtiges Esszimmer habe ich nicht, also wurde das Arbeitszimmer zum Speisetempel umfunktioniert. Die Deko würde der strengen "Das perfekte Dinner"-TV-Jury wohl nicht standhalten. Zugegeben: das Geschirr ist nicht das teuerste, die Accessoires sind ein wenig zusammengewürfelt. Aber insgesamt, vor allem mit den frischen Blumen, wirkt alles bunt und fröhlich. Ich bin jedenfalls zufrieden. Es ist soweit. Die Gäste kommen und der Aperitif wandert auf den Tisch: Prosecco mit Erdbeergeschmack und Eiswürfeln in Herzform. Auf einen gelungenen Abend ... Für den Gastgeber, sprich für mich, geht es nach der Begrüßung zurück in die Küche. Es gilt, das Menü (welches teilweise schon vorbereitet wurde) fertigzustellen. 
Apropos Menü. Zu essen gibt es: 

Vorspeise: Zucchinicremesuppe

Hauptspeise: Ricotta-Lauch-Tartes mit herbstlicher Salatkomposition

Nachspeise: Gebackene Pfirsich-Hälften mit Zimt und Vanillejoghurt

Dazu gereicht wird Weißwein. 

Fangen wir mit der Suppe an. Das alte Hausrezept ist denkbar einfach. Man nehme: 

1 kg Zucchini
3/4 l Gemüsebrühe 
1 Becher Créme fraiche
1 Zehe Knoblauch
Salz, Pfeffer, Muskatnuss Zucchini gründlich waschen, dann der Länge nach halbieren und in Würfel schneiden.

Zucchini in der Gemüsebrühe ca. 10 Minuten lang weich kochen, dann mit dem Stabmixer pürieren. Créme fraiche dazugeben und Knoblauch hineinpressen. Würzen und abschmecken. Dann die Suppe anrichten, eventuell mit zwei Esslöffeln Créme fraiche garnieren. Der erste Gang kann also genossen werden. Die Köchin hat nicht lange Ruhe, es geht zurück in die Küche zu den:

Lauch Ricotta Tartes (ein Rezept aus dem Buch "Schnelle Küche für Gäste" von Donna Hay)

500 g Ricotta
25 g Parmesan, gerieben
2 Eier
600 g fertig ausgerollter Blätterteig (reicht die Hälfte)
1 Stange Lauch, geputzt, in feine Ringe geschnitten (siehe Bild)
45 g Butter, geschmolzen
2 TL Thymian
Meersalz, schwarzer Pfeffer Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ricotta, Parmesan und Eier ... ... in einer Schüssel glattrühren. Den Blätterteig in vier Quadrate von 15 x 15 cm schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Ricottamischung daraufstreichen, dabei rundherum 2 cm breiten Rand lassen. Dann die Lauchringe darauf verteilen, mit der geschmolzenen Butter bestreichen und mit Thymian, Salz und Pfeffer gerne kräftig würzen. Die Tartes ca. 35 – 40 Minuten, je nach Herd auch nur 20 Minuten, im Ofen backen bis der Teigrand und der Lauch goldbraun gebacken sind. Inzwischen für den herbstlichen Salat Zwiebel anrösten, ... ... Champignons in feine Scheiben schneiden ... ... und zu den Zwiebeln in die Pfanne geben. Marinieren und auf einem Teller anrichten. Die Tartes dazugeben - große Teller sind hier von Vorteil. Et Voila - der Hauptgang. Die Gäste sind erfreut, die Stimmung ist trotz der häufig abwesenden Gastgeberin gut. Wir kommen zum Finale. In der Hauptrolle: das Dessert. 

Gebackene Zimt-Pfirsiche mit Vanillejoghurt (Rezept aus dem Buch "Verführerisch – Kochen mit Sophie Dahl")

4 reife Pfirsiche
1 TL Zimt
1 EL Rohrzucker
1 EL Butter oder Sonnenblumenöl
500 ml fettarmer griechischer Joghurt
1 TL Vanilleextrakt
1 EL Agavensirup oder Honig
Eventuell frische Minzblätter

Den Ofen auf 230 Grad (Umluft 210 Grad) vorheizen. Die Pfirsiche waschen und halbieren, die Steine entfernen und in eine kleine Auflaufform setzen. Jede Pfirsichhälfte mit etwas Zimt und Zucker bestreuen, Butterflöckchen daraufsetzen oder mit Öl beträufeln. Etwa zehn Minuten backen. Während die Pfirsiche im Ofen sind, den Joghurt mit Vanilleextrakt (zb. erhältlich im Naturkostladen) und Agavensirup vermischen. Wer sich das - nicht gerade günstige - Vanilleextrakt sparen will, kann übrigens ein fertiges Vanillejoghurt kaufen. Schmeckt auch gut. Die Pfirsiche mit Joghurt übergossen servieren. Traditionell folgt an dieser Stelle die Bewertung des Essens durch die Gäste. Und die schaut gar nicht mal so schlecht aus ... Die Köchin freut's, so geht die Geschirreinräumarbeit nach dem netten Dinner gleich viel besser von der Hand.
Fazit: Auch nicht besonders mutige oder begabte Köche können ein "perfektes Dinner" zaubern. Und Freunde oder die Familie sind vielleicht auch nicht so kritisch wie unbekannte Gäste im TV.
(KURIER.at) Erstellt am
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