Meisterwerk Opus One

Der berühmte Rotwein aus dem Napa Valley, founded by Baron Philippe de Rothschild and Robert Mondavi. Das Motto der Weinmacher: "Der Wein muss dem Essen dienen. Nicht umgekehrt."

Alle Rotweine sind gleich. Nur manche sind gleicher. Würde George Orwell geschrieben haben, wäre er Weinjournalist gewesen. Opus One ist gleicher. Er ist ein Gemeinschaftswerk zweier berühmter Weingüter, dem Mouton Rothschild aus Bordeaux und der Mondavi Winery im Napa Valley. Aktueller Flaschenpreis bei neueren Jahrgängen um die 300 Euro. Zum Vergleich: Ein Bordeaux erster Lage kostet zur Zeit locker das Zehnfache. Opus One ist ein Gemeinschaftswerk zweier Weinmacher und ein gemeinschaftliches Werk aus unterschiedlichen Rebsorten. Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot sind da drin. Ein Blend nach dem Vorbild eines Bordeaux. Seit 1994 hat sich auch der Malbec drunter gemischt. Der Malbec verleiht dem Werk mehr Würze und die dunkle Farbe. Michael Salacci ist verantwortlich für den Glasinhalt. Ein enspannter Typ, aber besessen von seiner Aufgabe. "Die Arbeit im Weingarten ist wichtiger als die im Keller", sagt er, der immer wieder gegen die Naturgewalten ankämpfen muss. Er arbeitet immer mit den gleichen Leuten, alles Generalisten. Jeder muss alles können. Jeder soll beim Weinmachen dabei sein. Einmal bildete er drei Teams, die in drei Kellern aus einem Weingarten Weine machten. Michael Salicci spricht von der Rückkehr der Klassik beim Weinmachen. Man soll bei einem Wein seine Herkunft schmecken. Mehr noch: die Bedingungen während der Ernte, die Charakteristika des Jahrgangs. "Classic wines are timeless", sagt er. Es braucht keine "Fingerprints" des jeweiligen Weinmachers. "Der Wein ist gemacht, um zum Essen getrunken zu werden. Alles andere ist Mißbrauch." Sagte Robert Mondavi. Und so hält es auch Oenologe Salicci. Die Frage ist: "Können Sie die Flasche während eines Essens austrinken?" Dafür darf der Wein nicht zuviel Alkohol und barocke Aromen besitzen. Aus den Kostnotizen: "Der 1991er aus der Doppelmagnum: eigentlich noch frisch; Amarenakirsche und ein wenig Pflaume; langer Abgang eines kleinen Schluckes, und was ist das? Ein Hauch von Kakao oder sogar Schoki? Später auch Lakritze und Leder, nach weiteren Minuten Beerendüfte ..." Anders gesagt: ziemlich gut, der alte Wein. "1995 aus der Doppelmagnum anfangs bockig, zuerst ein bisschen Weihrauch, dann Leder, Tannine..." Eine komische Sprache, die die Weinmenschen sprechen. Warum sagen sie nicht einfach: "Super", "Gut" oder "Pfui Deibel". Weil es mit diesen Worten schwierig wäre, zwanzig oder auch nur fünf Jahrgänge eines Weines zu beschreiben. Ist so. Auch die Jahrgänge 2001 ("Kirsche und Schokolade"), 2005 ("erinnert ein wenig an den 1995er, warme Tanine, etwas Minze")  2006 ("starke Power, sehr üppig, noch verschlossen, aber sehr gut") oder 2007 ("Wachs, rote Frucht, holzig, Erdbeeren, Milchschokolade, Pfeffer") sind Weine, die man gerne im Glas oder im Keller hat. Hat jemand gerade Geld übrig? Das Weingut. Nach einem Erdbeben wurde es 1989 neu errichtet, die Wände verstärkt, auch die der Keller. Besichtigungen werden nach wie vor restriktiv gehandhabt. Den Zweitwein von Opus One, Ouverture, gibt es nur am Gut zu kaufen. Man will Spekulationskäufe und Wiederverkäufe zu hohen Preisen nicht unterstützen. 50.000 Besucher zählt das Weingut jährlich.

www.opusonewinery.com
(kurier) Erstellt am
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