Lokales: Hallerwirt, Aurach

Noch bleiben ein paar sonnige Tage für die wunderbare Terrasse des Hallerwirts in Aurach. Dann ist Betriebsurlaub. Doch die Küche wird nach dem Aufsperren im Dezember nicht anders sein.

Ein Erbgasthof in Tirol

Das kulinarische Erbe der Region wird von Monika und Jürgen Stelzhammer in dem mehrere Jahrhunderte alten Erbhof liebevoll gepflogen. Deshalb darf es auch nicht verwundern, dass der Hallerwirt in Aurach und Umgebung schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Ohne Reservierung kriegen Sie vielleicht ein freundliches Lächeln der Wirtsleute, aber sonst wenig. Ein schönes Tiroler Wirtshaus an einem schönen Ort, mag sich der Gast beim ersten Mal denken, aber sonst? Erst nach einiger Zeit wird offenbar, dass hier eine kleine Revolution stattfindet, wenn es sich auch um eine sanfte Revolution handelt. Patron Jürgen Stelzhammer kommt aus dem Innviertel. Sein Plan: die kleinen Produzenten, die sich mehrheitlich als Lieferanten der Konzerne und Großmolkereien sehen, zu mehr Selbstbewußtsein aufzufordern. Auf der Speisenkarte kein Gericht, dessen Zutaten nicht aus der näheren Umgebung stammen. Die Forellen aus Fieberbrunn, das Fleckvieh aus dem Pinzgau, der Käse von der Alm, das Kraut und das Schweindl möglicherweise doch hie und da aus der Heimat des Herrn Stelzhammer. Von dort kommen jedenfalls die Kübelspeckknödel her.

Im Bild: Backhendl, der Renner an Sonntagmittagen. Die Küche beim Hallerwirt macht nicht so besonders viel her, Details allerdings sind schon eine kleine Anreise wert, zum Beispiel die Nidei mit Kraut oder die Schlipfkrapfen mit brauner Butter, geriebenem Bergkäse und besonders zartfühlend gerfertigtem Teig. Vorbildlich gelingen Leberknödelsuppe oder Grießnockerlsuppe. Hochzeit gefeiert wird viel beim Hallerwirt, der praktischerweise gleich neben der Pfarrkirche liegt, sehr viel und ausgiebig. Ein hervorragendes Verhältnis zum örtlichen Pfarrer soll es auch geben. Der würde dem Schweinsbraten, der etwas trocken geraten war, allerdings nicht seinen Segen erteilt haben, dem köstlichen Speck-Kraut-Salat und dito Semmelknödel allerdings umso mehr. Dazu: Roter Veltliner Mantlerhof. Danach: Apfel-Kaiserschmarrn Wenn sich nicht gerade an hohen Feiertagen der örtliche Chor auf ein paar heimatverbundene Lieder zusammenfindet, ist dann spätabends bald Schluss. Da und dort noch eine versprengte Gesellschaft, die den hausgebrannten Schnäpsen ihre Achtung erweist. www.hallerwirt.at
(KURIER.at) Erstellt am
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