Japan & Frankreich auf einem Teller

Im Grand Hotel hat man normalerweise die Wahl zwischen zwei sehr guten Restaurants. Jetzt kochen beide gemeinsam mit Kikkoman-Yakitori-Saucen. Gut.

Das Menü verblüfft schon beim Einstieg mit Details, zum Beispiel einer Mixtur aus Yakitori-Sauce und Majonäse.
Sowohl die französische wie auch die japanische Küche glänzen ja wie auch diese Sauce durch ihre besondere Ästhetik wie auch durch ihre Verwurzelung in einer langen Tradition. Interessant, beide einmal zusammen zu führen. Hühnerspießchen mit Sesam, man tunkt sie kurz in einer der Sojasaucemischungen. Sehr schön schmeckt das. Hier ist der Genialitätsverdacht sehr dicht. Sushi mit rohem Rindfleisch. Wobei das Rindfleisch: Bestform. Es muss sich um irgendein Teil von der Beiried oder vom Rostbraten handeln. Man bestreicht das Fleisch kurz vor dem Verspeisen mit der Yakitori-Sauce. Das kann was, das kann sehr viel. Ein weiteres Detail eines Vorspeisentellers: eine japanische Wurzel, frittiert, spielt mit den zarten Texturen von Fisch und Gemüse.

 (jeder Teller besteht aus vier Elementen, wobei jeweils zwei die Küche eines Landes zitieren.) Und wie gut ist das denn? Melanzani mariniert mit einem Geschmack, dessen Namen wir leider sofort im Protokoll nachlesen müssen. Aber wo ist das Protokoll? Heilbutt als Tempura. Wunderbar. Und der Schweinebauch, er darf auf keiner Karte zwischen Buenos Aires und Tokio fehlen. Ein Déjà-vu, man könnte auch sagen: deja mangé. Schweinebauch also, ebenfalls mit Yakitori-Sauce behandelt und lange, lange gegart. Sieht so aus wie er schmeckt, nämlich doch wieder einmal sehr gut. Ein kleiner Löffel dick eingekochter Reis mit Kürbis. Nett zwischendurch, aber nicht so, dass man jetzt vor Glück weinend aus dem siebenten Stock des Grand Hotels springen möchte. Damit die Ehre des Europäischen und im Besonderen der Grande Nation nicht ganz vor dem Glanz Japans untergeht: hier ein Beispiel eines butterzarten geschmorten Rinds. Man schmeckt nach und sagt: Sojasauce in der französischen Küche. Warum nicht? Bei den Desserts sind die Franzosen meistens vorne. Doch dieses hier, das mit Reisgebäck, einem köstlichen Sorbet so gegessen wird, dass es aus dem Gebäck in die Hemdsärmel tropft, dieses hier also schmeckt dann wieder ausgezeichnet.

Der Japan-France-Summit startet im Grand Hotel am 14.Februar. www.grandhotelwien.at
(KURIER.at) Erstellt am
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