Interview mit Cyril Lignac, dem französischen Jamie Oliver

Nachdem er bei ganz Großen wie Alain Ducasse gelernt hat, ging es für den 33-Jährigen steil bergauf: mit eigenen Koch-Shows, mehreren Kochbüchern und einem eigenen Magazin.

KURIER: Wie hat sich die französische Küche in den vergangenen Jahren weiterentwickelt?

Cyril Lignac: Der Respekt gegenüber den einzelnen Produkten ist stark gewachsen. Wir achten mehr auf biologisch und ethisch wertvolle Zutaten. Die französische Küche ist in den vergangenen Jahren außerdem viel gesundheitsbewusster geworden. Beim Kochen geht es mehr darum, den Originalgeschmack der Zutaten stärker zur Geltung zu bringen, statt sie zu verändern. Wir sind schlichter geworden. Was sind heute die wichtigsten Elemente in der französischen Küche? 

Das Rezept kann noch so gut sein, wenn die Zutaten keine gute Qualität haben, dann schmeckt es trotzdem nicht, wie es soll. Ich denke, ein Teil liegt auch in der Erziehung – die Esskultur und der Genuss von gutem Wein und guten Produkten gehört quasi zu unserer Erziehung und zu unserem Lebensstil. Außerdem geht es um die richtige Kombination – der Geschmack von gutem Käse wird durch guten Wein viel besser zur Geltung gebracht. Was sind die größten Missverständnisse im Vergleich zur internationalen Küche?

Wir müssen zeigen, dass es bei uns nicht nur um Schnecken und Frösche geht. Wenn ich die Möglichkeit hätte, in Amerika ein Restaurant zu eröffnen, würde ich zwar versuchen, ein französisches Ambiente zu erzeugen und französische Kultur zu verbreiten. Aber ich würde Produkte verwenden, die dort erhältlich und üblich sind. 

Im Bild: Auf die Frische und Qualität der Produkte kommt es an. Ob es sich um Austern oder Gemüse handelt, ist egal.

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(kurier / ld) Erstellt am
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