Herbert Steinböck macht Milchsuppe

Von Kabarett bis Musical, Simpl, Ronacher, Volksoper - der vielseitige Schauspieler ist auch begeisterter Vater. Und weil unsere Kids gleich alt sind, nehme ich meinen Sohn zu unserem Kochtreffen mit.

Am Herd: Herbert Steinböck

Sankt Andrä Wördern heißt der Ort im Tullnerfeld, in dem Herbert Steinböck vor etlichen Jahren sein Traumhaus gefunden hat. Eine ehemalige Mühle und Bäckerei, uralt. Viele Stufen gehen wir hinauf, um unterm Dach einen riesigen, lichterfüllten Raum mit großartiger Küche vorzufinden. An der Küchenlampe baumeln ein paar Englein. Steinböck: „I steh scho auf Kitsch.“ Die siebenjährige Tochter Klara „Klärchen“ macht gerade die Hausübung am Esstisch und verspricht, ein bisserl mitzuhelfen. Von Papas Milchsuppe ist sie nämlich ein ganz großer Fan. Das Rezept hat Steinböck von seiner Mutter, so wie auch den Holzquirl, der sich später zwar als nicht unbedingt nötig, aber doch sehr hilfreich erweist. Im Kochen hat er Übung, das seh ich dem Schauspieler gleich an. Die Erdäpfel schält er auf Zeitungspapier, weil „damit kann ich die Schalen dann gleich auf den Kompost schmeißen.“ Nur keine unnötigen Arbeiten. Zu tun hat er im Moment ohnehin genug, hat er doch am 7. November in der Kulisse Premiere mit dem neuen Musikkabarettprogramm „Tralala“. Der Inhalt? „Lieder. Jeder kennt Tausende davon, aber nach der ersten Zeile ist es aus mit’m Text.“ In einer Sequenz widmet er sich den unpassendsten Songs im unpassendsten Moment. Wie „I’ll be home for Christmas“ beim Begräbnis. Beim Kochen kommt jetzt der wichtigste Moment: das Einrühren der bröckerlfrei gequirlten Obers-Mehl-Mischung in kochendes Wasser. „Lieber zu dick einkochen, weil verdünnen ist nicht das Thema. Ist es aber zu flüssig, bringt man’s ohne Bröckerln kaum mehr zusammen.“ Gelungen! Einfach, nahrhaft, gut. Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?

Das Blattl Extrawurst beim Fleischhauer.

Was würden Sie nie essen?

Kutteln, nach einem traumatisierenden Erlebnis in
Tschechien als Student.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten? 

Die Thailändische.

Ihr Lieblingslokal? 

Der Bonka in Oberkirchbach.

Ihr schlimmstes kulinarisches Missgeschick?

Eine Leber, die ich vor dem Panieren ordentlich gesalzen hab.
Als sie beim Kosten hart war, hab ich sie weitergebacken
bis ich Briketts hatte. Milchsuppe nach Steinböck

Die Zutaten:

4-5 speckige Erdäpfel
1 Becher Obers (250 ml)
1 Becher Buttermilch
3 E Mehl
Salz

Erdäpfel (im Druckkochtopf) weich kochen, ausdampfen lassen, schälen. Obers in eine Schüssel gießen, mit dem leeren Becher 1:1 Buttermilch dazumessen. Mehl nach und nach einrühren und bröckerlfrei verquirlen. 1/8 l Wasser aufkochen lassen, die Mehlmischung einrühren und dick einkochen. Die Erdäpfel spalteln (in Spalten schneiden), auf Teller verteilen, gut salzen, mit der heißen Milchsuppe begießen, sodass sie weitgehend bedeckt sind. Sofort essen.
(kurier / Heidi Strobl) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?