Frankreich feiert seine Esskultur

2010 wurde die französische Esskultur zum immatierellen UNEScO Welterbe erklärt. Die Franzosen feierten das am 23. September mit einem Fest, wie es noch nie zuvor eines gab.

Am 16. November 2010 hat die UNESCO beschlossen, die französische Esskultur in das immaterielle Weltkulturerbe der Menschheit aufzunehmen. 

Im Bild: Fast immer ein Erlebnis - ein Essen in Paris. Zum Beispiel im Restaurant "Jules Verne" am Eiffelturm. Sich an einem schön gedeckten Tisch mit den Menschen, die man gerne hat, zusammenzufinden, um gemeinsam ausgiebig zu speisen, ist eine tief in der französischen Kultur verankerte Tradition und genau das soll mit dem „Fête de la gastronomie“ national gefeiert werden. 


Im Bild: Das gemeinsame Essen als Kulturgut. Wie hier in Savoyen. Ziel dabei ist es, ein breites Publikum für eine bewusstere Auswahl von Lebensmitteln zu  sensibilisieren, aber auch gezielt mit den hervorragenden regionalen Produkten, Essgewohnheiten und Spezialitäten Frankreichs vertraut zu machen. Bei dieser Gelegenheit wird auch ein neues Konzept des berühmten Chefkochs Alain Ducasse mit dem Titel „Tous au restaurant: votre invité est mon invité (dt. „Alle ins Restaurant: dein Gast ist mein Gast!“) fortgesetzt. Die an der Aktion teilnehmenden Restaurants bieten zwei komplette Gerichte zum Preis von einem an, so dass die Gäste gemeinsam die ganze Vielfalt der heimischen Küche kennenlernen können. An dieser Aktionswoche nehmen ungefähr 47 000 Restaurants teil, die bis zu 5 Millionen köstliche Speisen am Tag zubereiten. Am Fest der Gastronomie am 23. September beteiligen sich frankreichweit alle möglichen Arten von Anbietern, die sich in irgendeiner Weise dem Thema Essen und Trinken verbunden fühlen. Gemeinsam stellen sie ein abwechslungsreiches Programm an Projekten auf die Beine. 

Im Bild: Teil der schützenswerten französischen Esskultur ist die gemeinsame Mahlzeit, wie hier beim Käsefondue in Savoyen. Für die aktiven Festbesucher findet die "Rallye Cuisinez" statt. Bei dieser kulinarischen Schatzsuche durch Paris mit Start am Fuß des Eiffelturms werden etwa 200 Teilnehmer an 10 verschiedenen Stationen gastronomische Berufe und neue Geschmacksrichtungen kennen lernen sowie die eigenen kulinarischen Kenntnisse testen. Außerdem werden im Rahmen der Aktion „La soupe dans tout ses états“ auf den etwa 1000 Märkten in Frankreich Suppen für die Festbesucher gekocht, die typisch für die eigene Region sind. 

Im Bild: Zum guten Essen gehört auch der Wein - Rebstöcke im Pomerol. Passend dazu kann in vielen Bäckereien in Frankreich an diesem Tag ein spezielles Brot zum Fest der Gastronomie gekauft werden. 


Im Bild: Was wäre Frankreich ohne die Käse und den Apfelwein aus der Normandie? Auf die Produkte ihrer Landwirtschaft sind die Franzosen nicht ganz zu Unrecht stolz. In keinem anderen Land gibt es soviele Qualitäts-Labels wie hier.


Im Bild: Reife Melonen aus der Charentes werden den Händlern weg gekauft wie bei uns die warmen Semmeln. Auch wenn McDonalds in Frankreich ungeheure Erfolge feiert: traditionelle Mahlzeiten einfacher Art gehören zum französischen Lebensstil. Die Fete de la Gastronomie will dieses Traditionsbewußtsein steigern. Alle ausländischen Gäste will man daran teilhaben lassen. Jede kleine Region zelebriert ihre Produkte und Spezialitäten.


Im Bild: Alle reden vom Jamon aus Spanien, aber kennen sie den Jambon aus Bayonne? In der Tat sind die Franzosen recht große Patrioten, wenn es um ihre Küche und ihre Produkte geht. Da lassen sie sich nichts dreinreden. Brüssel versuchte einmal, den Rohmilchkäse zu verbieten. Darüber konnten die Franzosen höchstens einmal lachen. Genauso lassen sie es sich von keiner Gewerkschaft nehmen, am Sonntag frische Baguette einzukaufen oder auf ihre Märkte zu gehen. Charles de Gaulle soll gesagt haben: "Wie soll man ein Land regieren, das über 2000 Käsesorten kennt?"


Im Bild: Der berühmte Roquefort reift in Höhlen ebendort. Auch Relais & Châteaux kümmert sich um das Wohl der Gäste. Die Chefköche öffnen die Türen für einen einmaligen Blick in ihre Küchen, in denen sie zusammen mit den Besuchern traditionelle französische Gerichte zubereiten werden. 


Im Bild: Diner von Relais & Chateaux in Versailles anläßlich der Verleihung des Welterbes. 60 Spitzenköche kochten für 600 Gäste. Der KURIER war dabei und berichtete. Ein guter Wein darf ebenfalls nicht fehlen, der im Rahmen einer Weinprobe bei den Relais & Chateaux-Betrieben von den Sommeliers vorgestellt wird. Jeder Gast verlässt das Hotel mit einer Haube, wie sie die Küchenchefs tragen!

Im Bild: Eine französische Mode, jetzt in aller Munde: Macarons von LaDurée in Paris. Kaum ein Land kennt soviele Schäpse und Liköre. Sie werden in den Regionen, wo sie herkommen, den Gästen angeboten. Merke: die Franzosen trinken nie zuviel, gesoffen wird nur in den Ländern im Norden. Das Fest soll ab jetzt jedes Jahr stattfinden. Es gibt ja auch genügend Rezepte, Produkte oder Restaurants, die man an diesem Tag genussvoll feiern kann. Made in France gilt auf der ganzen Welt immer noch als Top-Qualitätsversprechen, wenn es um Lebensmittel geht.
(KURIER.at) Erstellt am
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