Essensreste und was man draus macht

Brot und Gemüse vom Vortag wandern ab jetzt nicht in den Mist, sondern in den Kochtopf.

Was tun mit Brot und Gemüse vom Vortag?

An Nachrichten wie diese scheinen wir uns schon gewöhnt zu haben: Wien wirft an einem Tag so viel Brot in den Müll, wie Graz an einem Tag verbraucht. Gibt das jemandem zu denken? Wo es doch viele genussvolle Möglichkeiten gibt, aus Brot- oder Gemüseresten eine gute Mahlzeiten zu zaubern. Mit Zauberei hat das übrigens weniger zu tun, viel mehr mit Wissen und etwas Zeit am Herd. Machen Sie eine Brotsuppe

Der Klassiker für kühle Tage und ein schmackhaftes Souvenir aus den Zeiten als wir noch als kleine Kinder bei Oma essen durften. 

Die Zutaten für vier Tassen:

250 g Brot oder anderes Gebäck vorm Vortag
1 Zwiebel oder Lauch
Knoblauch
1 Liter Rindssuppe oder Fond oder klare Gemüsesuppe (wenn es sein muss: Suppenwürfel)
Kümmel
Liebstöckel
Öl

Das Öl erhitzen Sie im Topf, schwitzen das in Würfel geschnittene Brot sowie die Zwiebel darin an. Dann der Knoblauch dazu, schließlich mit dem Fond aufgießen. Gewürze beigeben, gut durchkochen und mit Kren abschmecken. Dann pürieren und durch ein Sieb streichen.
Soweit die klösterlich reduzierte Variante. Wenn Sie Eier im Kühlschrank haben, passt ein hartes oder pochiertes Ei bestens als Einlage. Kernöl ist nie verkehrt. Falls sich ein Stück Speck in der Küche findet, bereiten Sie daraus Krusteln zu und servieren Sie zur Brotsuppe.

Rezept aus "Nur der Idiot wirft's weg", Pichler Verlag Machen Sie einen Schmarrn

Die Zutaten für vier Personen:

400 g Brot oder noch besser Semmeln vom Vortag.
2 Eier
375 ml Milch
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
2 EL Öl oder Butter

Das Brot wird in feine Scheiben geschnitten. Aus den zwei Eiern und der Milch eine Eiermilch zubereiten, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Milch über das Brot (oder die Semmel) gießen und beides zur Seite stellen, bis das Brot die Milch aufgesaugt hat. Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen und klein geschnittene Zwiebel darin leicht anrösten. Das eingeweickte Brot dazugeben und wie einen Schmarrn braten. Vor dem Servieren kommt geriebener Bergkäse drauf sowie Schnittlauch, dazu gibt es grünen Salat.

Oma liebte den Semmelschmarrn süß. Statt Pfeffer und Salz gab es also Zimt in die Eiermilch. Der Zwiebel wurde ersatzlos gestrichen. Statt Öl war es Butter und statt Käse, Schnittlauch und Salat gab es Apfelkompott. So war das.

Rezept aus "Nur der Idiot wirft's weg", Pichler Verlag Machen Sie Gemüsepudding

Die Zutaten für vier Personen:

750 g Gemüse (Rüben, Sellerie, Karotten, Zucchini, prinzipiell ist fast jede Kombination möglich)
60 g Butter
60 g Mehl
190 ml Milch
3 Eier
Etwas Salz, Pfeffer und Muskatnuss

Die Gemüse klein schneiden und in Wasser blanchieren. Inzwischen aus der Butter und dem Mehl, aufgegossen mit Milch, eine Béchamelsauce zubereiten (zirka 10 Minuten auskochen). Die Gemüse gut abtropfen lassen. Eiweiß und Dotter trennen Jetzt mischen Sie die Eidotter mit der Béchamel, dann geben Sie das Gemüse dazu, vermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Das Eiweiß halbsteif schlagen und vorsichtig unter die Gemüsemasse mischen. Portionsformen werden mit Butter ausgestrichen, mit der Puddingmasse gefüllt und im Wasserbad bei zirka 90° etwa 50 Minuten gegart. Wenn die Masse gestockt ist, aus den Formen stürzen, mit Traubenkernöl oder brauner Butter servieren. Wenn Tomaten da sind, als geschmolzene Tomaten dazu servieren. Frsiche Kräuter machen sich zum Gemüseauflauf auch sehr gut.

Rezept aus "Nur der Idiot wirft's weg", Pichler Verlag Machen Sie Ritschert

Ritschert, die alpine Variante der italienischen Gemüsesuppe mit Bohnen, statt Paradeisern gibt es Schwein.

Die Zutaten für vier Teller:

250 g Bohnen
250 g Rollgerste
1 geselchte Schweinsstelze, Haxln oder Ripperl
1 Handvoll Liebstöckel
3 Strängel Gundelrebe
2 Salbeiblätter
2 Lorbeerblätter
150 g Selleriewurzeln
50 g Petersilienwurzel
100 g Karotten
100 g Porree
1,5 Liter Wasser oder auch mehr
Salz nach Geschmack und Bedarf

Bohnen und Rollgerste über Nacht in Wasser einweichen. Mit dem Fleisch und den Gewürzen halbgar kochen. Das Wurzelwerk würfeln, mit Fleisch und Gewürzen fertig garen. Das Fleisch vom Knochen lösen, ebenfalle in kleine Würfeln schneiden und in das Ritschert mischen.

Und was macht man mit dem Ritschert, das übrig bleibt?

Einen Strudel: kaltes Ritschert in Blätterteig schlagen, mit Ei bestreichen und goldgelb backen. Dazu Schilcher.

Rezept aus "Nur der Idiot wirft's weg", Pichler Verlag

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(KURIER.at) Erstellt am
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