© Katharina Schiffl

Genuss
05/27/2019

Bine kocht: Das ist die beste Hobbyköchin Österreichs

Sabine Hallwachs bewies Geschmack und starke Nerven – sie ist Österreichs beste Hobby-Kochmeisterin.

30 Minuten können ganz schön lang sein – vor allem wenn man sie eigentlich gar nicht hat. Bine wird zusehends hektischer und kommt ins Schwitzen bei der Zubereitung des Perlhuhns. Die Foodbloggerin hat eben erfahren, dass sie innerhalb einer Stunde ihre Hauptspeise und ihr Dessert fertig haben muss. 30 Minuten kürzer als gedacht: Und das ausgerechnet im Halbfinale der „Österreichischen Hobby-Kochmeisterschaften“. Ihre Lippen beginnen zu zittern.

Am anderen Ende des riesigen „Miele Experience Center“ eine ruhigere Szenerie: Hier köchelt kein Risotto, hier wird kein Fleisch zerlegt. An der langen Tafel geht es darum, einen Bachsaibling im Ganzen zu filetieren, zu entgräten und zu beizen oder roh zu marinieren. Manche werden sich für Tatar, andere für Carpaccio oder Ceviche entscheiden. Mit prüfendem Blick schreitet Jury-Mitglied Roland Steiger die Reihen ab, denn erstmals wird bei diesem österreichweiten Wettbewerb das Handwerk bewertet: Der Haubenkoch vom „Gasthaus Krenn“ notiert sich jeden technischen Fauxpas – die Hälfte der Hobbyköche wählt ein Kochmesser statt einer feinen Klinge. „Ein guter Hobbykoch muss wissen, wie man einen Fisch zerlegt.“ Wenigstens leiden die Fische nicht.

Ein Fisch ohne Koch

Organisiert vom Österreichischen Koch- und Genussverband kämpften 16 Hobbyköche am Samstag um den Titel des besten Hobbykoch Österreichs, acht kochten sich ins Finale. Die Teilnehmer kannten nur die Zutaten der Warenkörbe, vier Zutaten daraus mussten sie wählen. Für das Halbfinale standen Perlhuhn oder Seesaibling zur Auswahl, für das große Finale Lammrücken oder Rehrücken zur Disposition.

Jury-Mitglied Christoph Fälbl zeigt sich als der gute Geist der Veranstaltung: Einmal hilft er beim Backrohr, das andere Mal bringt er die Zutat: „Das ist ein Fisch ohne Koch.“ Die klugen Teilnehmer hören auf den Kabarettisten, der sich in seiner Jugend für die Ausbildung zum Koch entschied, aber nach dem Öffnen der Krautsalat-Gläser beim Bundesheer seine Kreativität dann doch anders einsetzte. „Ich bin hier, um die Nervosität zu nehmen und geben ihnen Selbstvertrauen.“

Halbfinalistin Regina aus Niederösterreich ist als Erste fertig, es bringt ihr keinen Bonuspunkt – sie kommt nicht weiter. Sigi prahlt: „Ich habe die Speise noch nie gekocht, das mache ich zu Hause auch nicht, wenn Gäste geladen sind. Ich weiß, welche Zutaten harmonieren.“

Sabines Salzkaramell

Der Linkshänder mit Selbstvertrauen behält Recht und schafft mit perfekter Schnipsel-Technik den Einzug ins Finale. Gleich nach Nennung der Halbfinalisten geht es schon weiter. Im Publikum gibt es Getuschel, Bine und Renate wurden erkannt. Die Damen machten schon in TV-Shows wie „Kochchampion“ oder „Küchenschlacht“ mit. Gewinnen Sie dieses Mal? Ja. Renate schafft den dritten Platz, Sigi mit der feinen Klinge macht den zweiten Platz und Bine alias Sabine Hallwachs erobert die Jury mit Lamm, Ratatouille und Preiselbeersauce sowie einem Schokokuchen mit Salzkaramell.

Jury-Mitglied und Foodblogger Gregor Haunschmidt: „Bine kocht mit Liebe und Leidenschaft. Sie hat verdient gewonnen.“ Dass die Bloggerin ihre Teller Instagram-tauglich anrichtet, ist nicht von Nachteil. Kabarettist Fälbl tätschelt nach 16 Tellerchen seinen Bauch: „Ich geh schon mal um den Block.“

Rezept

Gebratene Lammkrone und Ratatouille

Zutaten

450 g Lammkrone vom Weidelamm (mit Knochen)
3 Knoblauchzehen
2 Schalottenzwiebel
1 EL Honig
1 TL Dijonsenf
Salz
Pfeffer
Thymianzweige
Rosmarinzweige
5 Stk. Naschpaprikas (rot, orange, gelb)
etwas Grün vom Jungzwiebel
1 kl. Zucchini, 1 EL Paradeisermark
100 ml Rindssuppe, eventuell etwas Balsamicoessig,  l Rotwein, 1 EL Zucker
1 TL Preiselbeeren, Meersalz, Olivenöl, Maiskeimöl.

Zubereitung

Für das Ratatouille 1 Schalottenzwiebel, 1 Zehe Knoblauch, Paprika, Zucchini und Jungzwiebelgrün klein schneiden.

Olivenöl in Pfanne erhitzen, Schalotten und Knoblauch darin bräunen lassen.

Gemüse hinzufügen und anrösten.

Etwas Zucker einstreuen, Paradeisermark hinzufügen und kräftig anbraten.

Mit Wasser aufgießen und abschmecken.

Lamm auf der Hautseite rautenförmig einschneiden, mit Pfeffer würzen und in Olivenöl beidseitig kräftig anbraten.

Angedrückten Knoblauch, 1 Stange Rosmarin und mehrere Thymianzweige beigeben und in eine Auflaufform geben.

Bei 160 °C im Backrohr etwa 10 Min. braten. Dann bei 120 °C  weitere 5 Min. braten.

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